Posts Tagged ‘Angst’
12.05.2012, 10:53
Warten

»Was wollt ihr die
Erde röten?
Womit wollt ihr
sie nähren?
Mit Zukunft?
Wie, wenn ihr den Tod
uns bringt?«

Schleichende Soldaten
Vielgeritten das Recht
der anderen
auf’s Wachsen

Bleiben sie
dieses eine Mal nur
Zuhause

Trinken Wein
und warten

Und dann: Frieden.

19.04.2012, 01:25
Geschützt: Entmachtung

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13.04.2012, 08:30
Von der Einsamkeit verschluckt

Sehr schwächlich war er. Jedes Mal, wenn er Kritik hörte {oder er das Gesagte anderer willkürlich auf sich bezog, weil er sich die ganze Welt war und dachte, die Welt anderer müsse auch aus ihm bestehen}; oder wenn man ihm in milden Worten sagte, er sei verletzend und kalt und somit nicht die allweise allgütige Liebenswürdigkeit, die er immer erzählte zu sein, zog er sich wie opfergetreten zurück und sagte sich in pompöser Feierlichkeit eine private Ode über sich selbst auf, am Liebsten vor dem Spiegel. Er redete von seiner eigenen Begehrtheit und seiner Überlegenheit in Güte und Sanftmut im Vergleich zu den anderen ordinären Geschöpfen dieser Welt. Und während er das tat, ballte er die Faust, obwohl er ja gar keine hatte, wie er immer sagte, und schwor in Gedanken Rache für Dinge, die andere nie getan haben. Mechanisch und kalt tätschelte er sich selbst und offenbarte, wie ungeübt er in dieser Geste war, so dass man ihm seine Zuneigung gegen sich nicht glauben konnte. So tauchte er schon bald in sein eigenes Spiegelbild ein, bis er zum Abbild eines grässlichen Narzissten wurde, der die Verzerrung seiner eigenen Züge im Wasser nicht sah, sondern sie mit seiner unbeirrbaren Fantasterei über sich zu glätten suchte.

Und während er sich so in Rage redete, beschloss er in seinem Wahn, die fünftausend Zeilen seiner Selbstvergötterung nicht nur sich selbst zu offenbaren, sondern auch den anderen. “Wenn sie alle nur wüssten, wie wunderbar ich bin, wenn sie es nur wüssten, dann würde mein Leben endlich leichter sein, meine Einsamkeit der Geselligkeit weichen, die windige Leere in mir mit menschlich liebenswürdiger Unordnung beschenkt werden, und ich hätte endlich, was mir zusteht: Bewunderung!” Und er blieb nicht dabei, er wollte mehr. Nachdem er über sich gut erzählte, erfand er über die anderen Schlechtes, um neben dem erfundenen Ruß und Dreck der anderen, von besonders strahlendem Edelmut dazustehen. Und er glaubte sich, er glaubte sich so sehr, dass er sich vorstellte, wie er sich selbst hingebungsvoll bis zum Ende aller Welten folgen würde so gerne folgen würde, als Untergebener, als Geliebter, als Freund. Weiterlesen… »

Seit nun mehr als einer Woche ist die Initiative “Israel loves Iran” und der darauf folgenden Antwort der jungen Iraner “Iran loves Israel” am blühen und trägt schon erste Früchte. Abgesehen davon, dass Israelis und Iraner sich über Emails, Kommentare und Facebook-Freundschaften gerade kennenlernen, ihre Kulturen miteinander vergleichen und eine gemeinsame Geschichte finden, anstatt die ewig propagierten Unterschiede, sind sie sich vor allem in dem Wunsch einig, dass sie – als Völker dieser beiden Länder – keinen Grund sehen, einander zu hassen und zu bekriegen.

Noch immer gibt es zynische Kritiker, die mit den Herzen, Solidaritätsbekundungen und Facebook nichts anfangen können, diese wunderbare Initiative all zu gern belächeln und meinen, sie sei absolut sinnlos, wenn sie einen Krieg nicht verhindern könne. Wer die Wichtigkeit der Völkerverständigung nicht anerkennt, hat nicht verstanden, warum Politiker, bevor sie einen Krieg führen, Monate bis Jahre vorher eine große Medienkampagne starten, um das andere Volk als feindlich gesonnen und vor allem die Regierungen als unhaltbar gefährlich für die eigene Sicherheit hinstellen. Um einen Krieg zu führen, bemühen sich Regierungen noch immer um den Rückhalt des Volkes, um neben einem militärischen Konflikt nicht auch noch einen Internen in Schach halten zu müssen. Das lässt sich durch die neuere Geschichte hinweg beobachten. Nichts desto Trotz sollte diese Initiative nicht erst dann als sinnvoll erachtet werden, wenn sie es durch ihre aus ehrlichen und kritischen Fragen entstandene Bekundung erreicht, dass die israelische Regierung keinen militärischen Angriff startet. Natürlich gibt es Grund für Zweifel daran, dass diese Aktion tatsächlich eine kurzfristiges Zurückrudern der israelischen Regierung bewirkt, aber längerfristig ist so eine Annäherung nur positiv zu bewerten. Wenn solch eine Saat des Friedens und des Miteinanders gelegt wird, bleibt sie selten ohne positive Konsequenzen. Schon jetzt sind genau diese zu sehen. Weiterlesen… »

21.03.2012, 21:32
Geschützt: Hetzjagd

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