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Posts Tagged ‘Begegnungen’
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08.02.2012, 15:44
Liebeskälte
02.02.2012, 18:09
Desillusionierungsmeister
“Einwenig hast du ja schon die Welt aus den Augen verloren, nicht?” “Wie meinst du das?” “Naja, schau dich an. Damals warst du ein Meister der Illusionen und Träume, und heute bist du der Meister der Desillusionierung. Du lässt ja kaum noch etwas durchgehen, das leicht anromantisiert ist. Kann man so überhaupt glücklich werden?” “Nun, ich bin sogar sehr glücklich. Illusionen lassen uns passiv und träge wie einen Opiumsüchtigen an irgendeinem Status Quo nippen. Und wir winden uns im Kreis, um diese Illusionen herum, erreichen aber nichts, weil wir nur noch nach Hologrammen greifen, ohne diesen Greifreflex stoppen zu können. Ich hingegen mache Platz für das, was wirklich möglich ist, dafür muss man Raum schaffen, indem man realistische Ziele von unrealistischen trennt. Nur so können wir endlich anpacken, endlich erreichen, was möglich ist und das Ziel ergreifen. Ist doch nicht schlecht, oder?” “Nun ja. Ja. Hm. Stimmt.” 02.02.2012, 09:10
Selbst- und Fremdentschleierung.
Die peinlichsten Augenblicke des Tages sind die, in denen wir andere dabei erwischen, wie sie sich selbst belügen, um ihrem gewohnten Trott und ihrer Sichtweise auf die Welt weiter frönen zu können. Ohne quälende Fragen nach ihrem Sinn und ihrer Richtigkeit. Und die noch peinlicheren Augenblicke sind jene, in denen wir andere dabei beobachten, wie sie uns selbst bei der Selbstlüge erwischen. 01.02.2012, 18:33
Zu Dritt im Kreis
Zu Zweit saßen sie in der Bahn, schauten synchron aus dem Fenster in eine schnellere Zeit hinaus. Ihre Augen fixierten den selben Punkt. Die selbe Leidenschaft schien einst einem Friedensabkommen mit dem Leben und seinen Regeln gewichen zu sein. Ein Mann mit einem übermütigen Hund setzte sich auf den Sitz vor ihnen. Beide blickten erst ihn, dann den Hund an. Beide lächelten sie und folgten wieder ihren Fernabhorizonten einer sonnenbeladenen, eisig klirrenden Stadt aus Grau und Grau. So sieht es wohl aus, wenn man glücklich miteinander altert, dachte ich. So sieht es aus, wenn man den einen hat wachsen lassen, wie er will, um dann selig zu erkennen, dass er in die selbe Richtung gedeihen wollte wie man selbst. Ganz ohne gestutzt und in der Haltung durch Außen gebeugt zu werden. Wenn ich an die Liebe denke, dann denke ich nicht an Schweiß, den Geruch von Sex oder den zerwühlten Laken in einer wilden Nacht. Wenn ich an die Liebe denke, dann ist es mehr als das. Dann ist es ein Zusammenkommen mit allen Fühlern, die man hat. Wir graben uns einander ein, unsere Wurzeln wachsen in die Sinne des anderen hinein, und der Geliebte oder die Geliebte hinterlässt Furchen auf unserer Seelenhaut. Sie tun weh, denn sie markieren uns als “sein” und “für immer mein” oder mindestens “niewieder so ganz nur ich-allein“. Und sie prägen uns, wie kleine Tätowierungen, die ihre Lebens- und Liebesgeschichten erzählen. Wenn ich an Liebe denke, dann denke ich heute an diese beiden Menschen mit den weißen Haaren und ihren schütteren Stellen auf ihreren Köpfen. Beide verlieren ihre Herbstkrone in Würde. Wenn ich an die Liebe denke, dann, wie sie gemeinsam in die selbe Richtung schauen und es noch tun werden, wenn der Eine vor dem Anderen geht. Weiterlesen… » 27.01.2012, 09:37
Geschützt: Herzgeschenke
26.01.2012, 18:19
Hassliebe
Sie hat ihr Notebook schon seit mindestens dreieinhalb Jahren. Es sieht verbraucht und vernachlässigt aus, ganz anders als meine gepflegten Geräte. Vor dreieinhalb Jahren – genau da habe ich sie nämlich das erste Mal gesehen. Ich setzte mich in den Raum, in dem sie sprach und lauschte ihrer rauchigen Stimme. Sie sprach langsam und “gezählt”, wie man auf Persisch sagt, wenn jemand die Wörter, die er spricht, richtig ausdekliniert, ihren Klang so ausreizt, bis man sie nicht mehr missverstehen kann. Sie gibt dem Wissen, das sie vermittelt, einen unglaublich intensiven Nachdruck, indem sie jeden Einzelnen von uns ansieht – auch, wenn wir zweihundert sind. Wenn wir uns melden, um Fragen zu stellen, grinst sie manchmal und bekommt an ihrer ledrigen, nikotingeplagten Haut plötzlich bubenhafte Gesichtszüge – denn sie weiß, was wir fragen werden und warum uns das, was sie uns sagt, nicht direkt in den Kopf gehen will. Weiterlesen… »
Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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