Es gibt Tage oder Phasen, in denen mir das Ordnunghalten schwer fällt. Es ist keine Gleichgültigkeit gegenüber der Unordnung – im Gegenteil – es zerkratzt meine Nerven, macht mich aggressiv, unleidlich, orientierungslos und wütend. Aber ich kriege mich einfach nicht dazu aufgerappelt, loszulegen. Irgendetwas kommt mir immer dazwischen und ist wichtiger – dabei sind es meistens nur meine chaotischen Gedanken und Gefühle.
Und jetzt kommt auch der Grund, warum ich Unordnung hasse: Oft sieht man an der Unordnung in meinem Zimmer, was bei mir im Kopf eigentlich so “herrscht” – und das ist an solchen Tagen oder in solchen Phasen eben das reinste Chaos. Ungeordnete, aus verdrängungstechnischen Gründen nicht einmal halb zu Ende gedachte Gedanken schwirren in der dumpfen Dunkelheit meiner Kopfwände umher und geistern vor sich hin. Machen “Huuuu huuuuu…”, um mich immerwieder zu erschrecken, aber weiterhin unerkannt zu bleiben. Irgendetwas in mir will einfach weder zu Ende denken, noch die Dinge dort einräumen, wo sie hingehören. Und so geben sich die Schlampigkeit in meinem Zimmer und die in meinem Kopf die Hand und ärgern mich innerlich und äußerlich von hier nach da – immer schön tretend und triezend von einer Ecke in die Andere und lachen mich aus.
Das lasse ich mir meistens nur drei Tage gefallen – und dann klatsche ich sie beide mit einer einzigen Schlag gegen die Wand und stutze sie – Chaos innen und Chaos außen – zurecht, verweise sie ihres Platzes, benenne und etikettiere sie mit einem hässlichen Stempel, der sagt: “Ich weiß, wer Du bist und was Du willst – welche Funktion Du hast und wo Du verdammtnochmal hingehörst! Punkt!”
Egal, ob die spukenden Gedanken/Gefühle oder die wirren Gegenstände in meinem Zimmer. Beiden ereilt das selbe Schicksal, wenn ich erst einmal mit dem Aufräumen beginne. Dabei ist es überhaupt nicht von Relevanz, ob ich mit meinem Kopf anfange oder mit meinem Zimmer – das Eine führt zum Untergang des Chaos im Anderen.
Heute fange ich glaube ich mit meinem Zimmer an…

Suche



