Mein Papa hat mich schon immer liebevoll “Dokhtare Shelakhteh” genannt (=persisch: “Schlampiges Mädchen”). Ich hatte nie diese Ader für’s “Hausfrausein”, wie es andere iranische Mädchen hatten. Meine türkische Freundin Halime damals hat mit 12 schon im Haushalt geholfen, hatte Ordnungssinn und wusste, worauf es im Führen eines Haushaltes ankommt. Ich hingegen hing in der Zeit immer unten bei den Jungs und spielte Fußball. Schämte mich zum Teil auch vor den anderen türkischen Mädchen, dass ich solche Dinge nicht drauf hatte und so wirkte, als würde ich zu Hause gar nicht helfen (was ja auch so war, aber Mama verlangte das auch nie von mir). Das Einzige, das ich immer leidenschaftlich getan habe war, mit Papa die 10-Wochen-Einkäufe hochzutragen und zu testen, wie stark ich inzwischen bin. Ich wollte unbedingt immer soviele Kisten mühelos hochtragen können wie er. Aber so Frauenkram? No way.
Jedenfalls habe ich, seit ich in diese Wohnung gezogen bin, einen kleinen Ordnungstick entwickelt. Mama sagt immer, es liegt an meinem heiratsfähigen Alter, dass ich zunehmend weiblicher werde (LOL, was will sie mir damit sagen?)
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe vorgestern den ganzen Tag an meiner Küche “gebastelt”. Alles rausgeholt, alles neu gespült, abgetrocknet, eine neue Ordnung festgelegt (schriftlich! Das heißt, ich habe die Ordnung richtig geplant), alles innen und außen geputzt und war danach sehr glücklich. Das sah so hübsch aus, dass ich das fotografieren musste. Und es stimmt, was man sagt, Putzen macht glücklich. Aber bis man sich dazu aufrafft, …
Hier die Sherry-Küche, obwohl ich keinen Schimmer vom klassischen Kochen habe:

