Posts Tagged ‘Erinnerungen’
05.05.2012, 18:37
Seine gold’nen Flüsse

{Chopin – Prelude In C Minor}

Mein Herz verschwindet
Mein Herz zerstreut
über alle Weltenwüsten
Weit weg
Weit fort

Wenn der eine Traum
zum einz’gen Verwandten wird
und Wir ihn schmecken
wie den heimlichen
Honig im Napf
unter unser’n
Kinderkissen

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21.03.2012, 21:32
Geschützt: Hetzjagd

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15.11.2011, 10:37
Normalität

“Hast du das gesehen?”
“Was genau? Was meinst du?”
“Na, da war ein Huschen über deinem Gesicht.”
“Ein Huschen, wie, wo?”

“Na, als du das Eichhörnchen gesehen hast. Ich habe es deutlich gesehen. Ein Huschen, so wie, wenn etwas, das glänzt, das Licht reflektiert, das auf es fällt – und alles plötzlich kurz aufleuchtet. Ich hab’s genau gesehen. Das Glänzen. Und Huschen!”

“Und was willst du mir nun damit sagen?”
“Ich will sagen: Herzlichen Glückwunsch. Du willst wieder leben.”
“Achso. Das meinst du.”
“Wie? So unbeeindruckt? Heißt das, du weißt es schon länger als ich?”
“Nein, nicht wirklich. Aber ich dachte immer, das Weiterlebenwollen würde sich anders anfühlen. Spektakulärer. So Feierlaunemäßig, obergroß, oberkrass eben. Aber es ist ein ganz normales Gefühl, so normal eben.”
“Na, es ist ja auch normal, leben zu wollen. Es gibt nichts Normaleres.”

Die junge Frau schaut ihren Onkel an und begreift jetzt erst, dass es normal ist, leben zu wollen. Dass es nichts Besonderes ist, wenn man Freude an einigen schönen Ereignissen wie das eines vorbeiflitzenden Eichhörnchens empfindet. Dass es hingegen außerordentlich war, dass ihr das Leben nicht wichtig war, dass sie ihre Ziele nicht nur nicht greifen konnte, sondern gar keine hatte, geschweige denn entwickeln konnte. Und dass sie sich ganz langsam und unmerklich mit dem milchigen Schleier, der ihren Blick auf die Welt abdämpfte, immer weiter runtergezogen hatte. Weiterlesen… »

03.11.2011, 09:01
Walking Alone

Einige unserer Wege gehen wir alleine, wenn nicht sogar ein paar mehr als nur einige. Egal, wer um uns herum ist, wir fühlen, dass wir an diesen Stellen unseres Lebens Dinge gesehen und erlebt haben, die keine Sprache haben, die ungesagt in unseren zugenähten Mündern Folterknecht spielen und immer unbemerkt und das Rätsel des Hofnarrs bleiben werden, der von seiner Königin zur Hinrichtung freigegeben wird. Denn niemand kennt die Lösung. Denn niemand weiß, wie das, was als Rätsel steht, benannt werden kann. Wenn wir uns solchen Wegen stellen, sie durch ihre engen Gassen hindurch kriechen, setzen wir uns einer Veränderung aus, einer Isolation, einer vollkommenen Verarmung an menschlicher Wärme und Wahrnehmbarkeit, dass unsere Existenz uns als Schein, als Illusion als unfassbares Nicht-Ereignis erscheint. Wir kollidieren mit allem Gewesenen, ohne dass es kracht, denn es gibt uns nicht mehr – und wir fallen während des Versuches, die eine Hand mit der anderen zu packen, um zu fühlen, um zu fühlen, dass wir echt sind, immer mehr. Denn wir fassen ins Leere.

Wir brauchen Wegweiser. So sehr wir die Tatsache hassen, dass wir alleine sind, den Weg in der unfreiwilligen Intensität, in der Höllenfeurigkeit nur alleine empfinden, so brauchen wir dennoch Wegweiser. Einen Menschen, der anders ist als wir. Einen Menschen, hereingezogen aus der normalen Welt, aus der festen Welt des routinierten, oberflächlichen Miteinanders, in der Dinge Namen und Farben haben, in der Dinge Konturen haben, in der sie aus Stein oder Plastik sind – damit wir nicht in unserer De-Realisation ersaufen, um uns nicht panisch in frei fliegenden, verschwindenden Seelenpartikeln aufzulösen, so als seien wir nur eine Erfindung unserer Selbst. So, als habe man sein eigenes Trauma nur selbst erschaffen, so, als sei man nur eine Ausgeburt der eigenen Bösartigkeit gegen sich selbst.

Wegweiser sagen, dass du da bist, dass du echt bist. Packen sie unsere Hände, lösen sie sich in den ihren nicht auf, weil sie ihrem Gefühl, sich alles nur eingebildet zu haben, nicht erliegen, wie wir es tun. Für sie stellt sich diese Frage nach der Echtheit und dem Wahnsinn gar nicht, denn nicht alle haben erlebt, was schier unerträglich, also unmöglich ist. Nehmt sie also mit, auch wenn ihr Leben so unglaublich anders ist als unseres. Als Öllampe oder als Goldmünze, in die ihr beißen könnt oder als Zwicker, der euch sagen kann: “Das hier ist real. Das hier ist leider kein Traum, sondern ein Trauma. Ja, das hier ist deine Hölle, und nun gehen wir sie schließen. Sie dichtmachen. Ich komme mit.” Nehmt sie mit, diese Wegweiser. Und geht eure Hölle schließen.

25.10.2011, 11:51
Vollendung

In der Stille
deiner Arme
beginnt mein
Traum

Vergiss
wer du bist
und ich vergess’
was ich haben
will

Lass!
Lass uns
eins
nur sein:
Eins

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