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Posts Tagged ‘Frauen’
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27.01.2012, 09:37
Geschützt: Herzgeschenke
26.01.2012, 18:19
Hassliebe
Sie hat ihr Notebook schon seit mindestens dreieinhalb Jahren. Es sieht verbraucht und vernachlässigt aus, ganz anders als meine gepflegten Geräte. Vor dreieinhalb Jahren – genau da habe ich sie nämlich das erste Mal gesehen. Ich setzte mich in den Raum, in dem sie sprach und lauschte ihrer rauchigen Stimme. Sie sprach langsam und “gezählt”, wie man auf Persisch sagt, wenn jemand die Wörter, die er spricht, richtig ausdekliniert, ihren Klang so ausreizt, bis man sie nicht mehr missverstehen kann. Sie gibt dem Wissen, das sie vermittelt, einen unglaublich intensiven Nachdruck, indem sie jeden Einzelnen von uns ansieht – auch, wenn wir zweihundert sind. Wenn wir uns melden, um Fragen zu stellen, grinst sie manchmal und bekommt an ihrer ledrigen, nikotingeplagten Haut plötzlich bubenhafte Gesichtszüge – denn sie weiß, was wir fragen werden und warum uns das, was sie uns sagt, nicht direkt in den Kopf gehen will. Weiterlesen… » 26.01.2012, 13:40
Der Traum vom Glück
Er sagte, das sei alles kein Problem. Das könne man schaffen, er würde ihr dabei helfen. Wie im Schlaraffenland eröffnete er ihr neue Möglichkeiten, wie sie wachsen, gedeihen, florieren könnte, um endlich bei sich anzukommen. “Eigentlich”, sagte sie sich, “ist das alles doch eine spirituelle Reise, eine zu meinem wahren Ich.” Das tun doch alle heutzutage, sie suchen sich selbst, verwirklichen sich – und das würde sie nun auch tun. Endlich würde sie ankommen, nach den ganzen Jahren voller Selbstzweifel und Angst vor Abweisungen und Bindungen, die in Abweisungen enden. Sie würde durch die Hilfe dieses weise wirkenden, graumellierten Mannes zu jener Selbstliebe gelangen, die man erreichen musste, um ein erfülltes Leben zu leben. “Und? Haben Sie sich entschieden?”, holte er sie freundlich aus ihren Tagträumen heraus. “Ja …”, nickte sie selig. “Ich nehme Doppel D. Doppel D passt zu mir.” 10.01.2012, 15:02
Die Frau als Abweichung.
Sicherlich nerve ich mit dem Thema, aber ich habe etwas Interessantes gefunden. Bei den Recheren nach Studien und Analysen zu Geschlechterunterschieden finden sich manchmal Überschriften wie “Sind Frauen wirklich anders?” “Worin sich Frauen in kognitiven Fertigkeiten unterscheiden”, “Die Diskrepanz von Frau zum Mann”. Einige empirische Daten und Metaanalysen kommen durch Frauen zustande und beinhalten in ihrer Fragestellung solche Überschriften, in denen die Frau sich selbst als Diskrepanz zur Referenzquelle “Mann” sieht. Die Überschriften verändern sich interessanterweise im Laufe der Jahreszahlen. Und dennoch sagen mir diese Überschriften, die in wissenschaftlichen Abhandlungen den Kopf schmücken, dass die Frau als Abweichung angesehen wurde, als eine Anomalität neben dem Mann. Aber niemals der Mann selbst als Abweichung gesehen wurde, trotz seines höher ausgeprägten Aggressionspotenzials. Ist das nicht interessant? 08.01.2012, 01:11
Freud und die Frau
Ach, wenn Herr Siegmund Freud doch heute noch leben würde, was würde ich ihn für seine Aussagen mit Fragen terrorisieren. Hier, aus einem amerikanischen Lehrbuch zum Thema Geschlechterunterschiede (Ich erwähne “amerikanisch”, weil sie lockerer schreiben, nicht so extrem sachlich und verdichtet mit Informationen). Ich habe mir aus den Darstellungen alter Perspektiven einmal die Psychoanalytische herausgeholt. Freud ist mir aus irgendeinem Grund immer noch sympathisch, aber was er manchmal von sich gegeben hat, ist der Hammer. Hammer im negativen Sinne. Hammer wie Buff: “[…] Erinnern Sie sich daran, dass der Junge in der phallischen Phase wahrscheinlich ein starkes Verlangen nach seiner Mutter entwickelt und als Resultat davon danach trachtet, an die Stelle seines Vaters zu treten. Da der Vater jedoch viel größer und stärker ist, hat der Junge Angst vor Vergeltung – d.h., Papa wird ihn dafür kastrieren, dass er Mama begehrt. Diese Kastrationsangst wird nach Freud geschürt durch a) die Wichtigkeit seines Penis, um Vergnügen zu empfinden; b) Drohungen seiner Eltern, was Masturbation angeht; und c) die Tatsache, dass er feststellt, dass Mädchen dieses hoch geschätzte Anhängsel nicht haben und deshalb ja wohl schon wegen einer verheerenden Missetat kastriert worden sind. Um mit dieser überwältigenden Angst umzugehen, identifiziert sich der Junge mit dem Vater und übernimmt so dessen Persönlichkeitszüge, während er obendrein indirekt im Stande ist, durch die Erfahrungen seines Vaters auch seine Mutter zu besitzen. Die Lösung dieser Ödipuskrise führt dazu, dass Jungen ‘männliche’ Wesenszüge in ihre Persönlichkeit aufnehmen, einschließlich Ethik- und Moralverhalten der Eltern, was in der Entwicklung des Über-Ich (Gewissen) resultiert. Weiterlesen… » 28.12.2011, 03:02
380
Dreihundertundachtzig Tage sind wir hier. Du siehst die Veränderungen in und an uns. Und du denkst noch immer, wir seien gewappnet gegen die Spuren der Zeit? Vielleicht solltest du aufwachen, oder vielleicht auch nicht, ich weiß es nicht. Dir scheint es in deiner Unbekümmertheit offensichtlich besser zu gehen, ewig besser zu gehen als mir. Wie ich das hasse. Dreihundertundachtzig Tage, und ich denke mir, wir sollten getrennte Wege gehen, weil wir sie schon immer gegangen sind, nur nicht offiziell, und ich will es endlich greifbar echt haben, damit ich raus kann, atmen und wieder auf eine Zukunft hoffen kann. Es langweilt mich, hier zu sitzen, deinen Geschichten zu lauschen, dabei interessiert zu tun und aufmerksam und eine Art sanftmütige Mütterlichkeit auszustrahlen. Was interessieren mich gezüchtete Kampfhähne? Das ist öde. Und hätte ich noch einen Funken Menschlichkeit in mir, würde ich sogar empört darüber sein. Dreihundertachtundachtzig Tage, und hundertneunzig davon habe ich alles versucht, um mich dir zu verwehren. Deine halbgare Lust widert mich an, deine programmatisch ablaufenden Handlungen, um mich rumzukriegen, lassen mich denken, ich habe es mit einem Einzeller zu tun, der in kleinschrittigen Instinkthandlungen agiert, alles tut, nur nicht denkt – geschweige denn es fantasievoll tut. Was bist du nur. Ein Parasit, der sich in ein menschliches Skelett eingenistet und die Steuerung des Großhirns übernommen hat, ja, so kommst du mir vor. Ich schlafe nicht mit Parasiten. Geh’ ins Rotlicht, lass mich das meinetwegen zahlen, ich würde es tun. Ich werde dich verlassen, die Anzahl der Tage nicht mehr überschreiten. Drehundertundachtzig. Unerträglich. Weiterlesen… »
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