Posts Tagged ‘Frieden’
12.05.2012, 10:53
Warten

»Was wollt ihr die
Erde röten?
Womit wollt ihr
sie nähren?
Mit Zukunft?
Wie, wenn ihr den Tod
uns bringt?«

Schleichende Soldaten
Vielgeritten das Recht
der anderen
auf’s Wachsen

Bleiben sie
dieses eine Mal nur
Zuhause

Trinken Wein
und warten

Und dann: Frieden.

27.05.2011, 01:06
Der Pazifist

Ein Held ist jemand, der für das Retten eines unschuldigen Lebens all seine Prinzipien über Board wirft. Jene Prinzipien, die ihn tragen, halten und mit einem erhobenen Haupt durch die Welt schreiten lassen. Die ihn als Teil einer Gemeinschaft stützen, schützen und ihm eine Art Existenzkredit leihen. Sie aufzugeben, ist die höchste Art der Selbstaufopferung. Doch so sind Helden. Sie sind vor allem eines: Einsam.

Die Pazifisten sind heutzutage jene, die sich für nichts rechtfertigen müssen. Jeder, der etwas darstellen will, predigt seine Friedfertigkeit und seinen Non-Militantismus. “Ich könnte keinem Menschen etwas zu Leide tun, nicht einmal, wenn er mich töten will.”

“Für mich bedeutet das, dass Dir Dein Ansehen als friedfertiger, perfekter Mensch wichtiger ist als der Schutz von Leben um Dich herum. Du hast Deine Instinkte verloren, Pazifist. Dich ihrer beschnitten, damit Du anerkannt wirst oder Deine Selbstverwirklichung leben kannst”, schleudert der Radikale dem Pazifisten entgegen.

“Dafür soll ich mich rechtfertigen? Ich möchte mich aus der animalischen, instinktgeprägten Verhaltensebene der Menschen erheben. Daher rühren doch all unsere Probleme, Du! Demnach ist es für mich keine Beleidigung, wenn Du mich dessen bezichtigst, meine Instinkte verloren zu haben. Genau das ist auch mein Ziel! Endlich meine animalischen Instinkte zu verlieren, die uns nur Ärger und Leid bringen!”

Recht hat der Pazifist. Dass die Welt so ist, wie sie ist, liegt daran, dass die Menschen noch zu instinktbasiert handeln und leben. Sie schnüffeln sich noch immer ihre Nahrung herbei und würden Tiere bei lebendigem Leibe aufreißen, wenn sie die Zähne dazu hätten. Heute halten sie sie stattdessen in engen Käfigen, schneiden ihnen Schnäbel ab, vergasen sie, lassen ihren Leib für ihre Nahrungsproduktion auskotzen. Sie leben noch immer am Liebsten aggressive Sexualität aus. Was sie nicht mehr beherrschen dürfen, beherrschen sie durch Bezahlung in Freudenhäusern. Sie erniedrigen noch immer gerne ihre Frauen dabei und loben ihr starkes Alpha-Glied für seine reife Eroberungs- und Unterwerfungsleistung. Weiterlesen… »

27.10.2008, 17:54
Lately…

Die Tage vergehen, die Sehsucht steigt – aber mit ihr – Gott sei Dank – auch die Gewissheit, dass am Ende alles gut wird. Denn alle Wege führen letztendlich zu… Und ich fange wieder an, dies mit jedem Atemzug zu glauben. Zu glauben und mehr.

Ich sitze hier mitten in meinen Vorlesungsunterlagen (bitte, wer kriegt das alles in seinen Kopf rein?) und überlege, wie ich die 4 WeightWatchers Punkte, die ich noch über habe, verwerte, obwohl ich keinen Hunger habe. Ein warmes Brötchen mit Honig wäre nicht schlecht, oder? Ich lasse den Ofen warm laufen.

Ach, wen interessiert das? Ich bin verliebt – verliebt in meinen Mann – und ich frage mich, ob es kitschig ist, wenn ich ihm das, da wir nun verheiratet sind, da wir nun schon so lange zusammen sind, überhaupt noch auf so pubertäre Weise zeigen sollte… Ach, was denke ich da überhaupt? Ich tu’s sowieso. Als ob ich je meinem Herzen irgendetwas dirigieren könnte. Es tut eh, was es will.

Ich schaue mir die Fotos an, die die anderen an dem Tag geschossen haben. Wie schön wir aussahen. Nicht, dass ich meinen würde, ich sei eine besonders schöne Braut gewesen – nein, es gibt weitaus pompösere und graziliere Frauen – doch wir waren so glücklich. So glücklich, dass ich, wenn ich mir die Bilder ansehe, fast denken könnte, dass die Menschen auf den Fotos dort in ihrer gedruckten Art der Existenz weiterfeiern. Und wir gehören dazu.

Mein Herz hüpft mal vor Glück und seufzt mal vor Traurigkeit. Die, die bei mir sind, wissen, wen ich vermisse… Wen so sehr vermisse.

Doch, da ich nun wieder weiß, dass alles am Ende gut wird und alle Wege dorthin führen – dorthin… finde ich Ruhe. Und Steve Wonder streichelt meine Seele dabei mit “Lately”.