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11.05.2007, 00:40
In den letzten Stunden vor 12

Es ist ganz seltsam, wie Menschen, die im Sterben liegen, völlige Ruhe, Zuversicht und Zufriedenheit ausstrahlen. Ich bin Einigen von ihnen begegnet – und sie sind weitaus glücklicher und ruhiger als die kommenden Hinterbliebenen. Ich durfte erleben, wie sie noch versuchten, uns zu trösten, zum Lachen zu bringen. Beeindruckend, fast surreal schön, mit welcher Sanftmut und Liebe mir erklärt wurde, warum Sterben eigentlich überhaupt nichts Schlimmes ist. Einfach nichts Schlimmes… Schlicht und einfach nichts Schlimmes.

Wenn ich eines Tages im Sterben liege, so will ich meinen Lieben genau diese Kraft und Zuversicht geben. Die Art, wie bestimmte Menschen selbst im Angesicht oder gerade im Angesicht ihres eigenen Todes noch eine Zukunft sehen und in eine unbekannte, helle Ferne schauen und sie uns liebevoll einpflanzen, ohne ein Wort darüber zu verlieren, ist eines der schönsten Geschenke, die ich je erhalten habe. Je erhalten habe. Jetzt müssen wir nur über uns selbst hinauswachsen.

Mein Gott…

Klicken: ~ Aziza Mustafa Zadeh ~

Ich habe gerade ein heftiges Lied gefunden. Ein Lied, das mich nahezu vergewaltigt. Ich weiß nicht, ob hier irgendwer meine Beziehung zur Musik verstehen kann – aber dieses Lied ist pure Vergewaltigung. Dieses scheiß Lied, es ist ein Meisterstück. Meisterstück einer sehr leidenschaftlichen Pianistin, die persische Melodien, einst einfach nur zur Melancholie gedacht, hier einmal zur purer Schaffenskraft und dann zur purer Zerstörungswut hochgeschleudert hat. Als würde sie vom Spiel der “Schöpfung” oder der Naturgewalten erzählen. (Nein, sie schreit!) Ich hasse dieses Lied, weil es komplett Besitz von mir ergreift auf eine Art, die mir weh tut, so sehr, dass ich irgendetwas kaputtschlagen will. Während ich dieses Lied hörte, habe ich die Künstlerin dieses Liedes derbe beschimpft, weil sie mich wirklich hin und hergeschmissen hat… Ich danke ihr schrecklich für dieses Stück. Ich hasse sie dafür. Aber ich bin wirklich dankbar.

Bitte. Wenn sich irgendjemand das Stück anhören will, dann nur wirklich mit purer Aufmerksamkeit und laut. Schmeißt Eure scheiß Verkopfung weg, lasst Euch einfach wie mich gewaltsam hin und herschleudern. Und lasst Euch versklaven, verdammt! Ach, was red’ ich da. Versteht eh niemand. Scheiße…

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Aziza