Posts Tagged ‘Herbst’
02.11.2010, 16:51
Mein heutiger Herbst

Das erste Mal nach langer Zeit habe ich meine Kamera mitgenommen (wenn auch nicht meine Beste) und alles, was schön ist, fotografiert. Und im Herbst ist so unglaublich vieles schön. Die Bilder sind nicht so geworden, wie ich sie gerne gehabt hätte. Der Herbst auf ihnen ist nicht genau der Herbst, den ich sehe, wenn ich rausgehe und ihn anbete. Dennoch kommt er ihm wenigstens einwenig nahe. Ich hoffe, Ihr mögt den kleinen Ausschnitt meines Herbstes und entdeckt, dass Eurer ähnlich aussieht.

Es gibt nichts, das mich so beruhigt, wie das Fotografieren. Ich bin so konzentriert wie sonst nie. Ich bin gelassen, lasse mich nicht stressen, egal, was um mich herum geschieht. Endlich bin ich als sehr leicht erregbare Person plötzlich ganz bei mir und nicht ständig auf äußere Reize fixiert. Ich sollte es wieder öfter tun.

01.11.2010, 21:09
Wenn Zeiten Dich ändern

Wisst Ihr, wie Ihr Freundinnen, die Euch schaden, Euren Selbstwert in den Keller bringen und Euch nur als Eitelkeitstrampolin nutzen (indem sie Euch entweder regelmäßig sagen lassen, wie toll sie sind oder sich an Eurem Misserfolg oder an Euren “Makeln” aufwerten) am Besten loswerdet? Das ist ganz einfach: Zeigt ihnen jedesmal, dass es Euch gut geht. (Egal, wie es Euch wirklich geht) Sprüht vor Glück, Freude und Zufriedenheit, überseht ihre Fishing-4-Compliments-Strategien, ihre darauffolgenden Abwertungsversuche dessen, woran Ihr Euch bei Euch selbst erfreut und ihre Sticheleien. Zeigt Euch mit dem, was Ihr habt, zufrieden und glücklich, zeigt keinerlei Gram über Eure kleinen Schwächen, sagt ihnen, Ihr habt zwar noch ein paar Träume, die erfüllt werden wollen, aber dass Ihr mit dem, was Ihr habt, sehr dankbar seid. Irgendwann – das verspreche ich Euch – seid Ihr diesen Typ von “Freundin” los. Warum? – Denn bei Euch wird es so nichts mehr zu holen geben. Keine Unzulänglichkeiten Eurerseits, die ihnen das Gefühl der Überlegenheit geben. Keine inneren und äußeren Makel, die von Euch als solche beklagt werden und von ihnen als angepeilter Mittepunkt für ihre Pfeile dienen. Zumindest funktioniert das bei den (orientalischen) Frauen so, deutsche Frauen sind nicht so zerfressen von Gefühlen wie Neid und Missgunst. Ich habe diese selbstentworfene Strategie bei genau drei Frauen angewandt und sie scheint extrem effektiv zu sein. Ich weiß, eine “Stichprobe” von drei Frauen ist natürlich nicht besonders aussagekräftig, aber dieser Typ von Frau funktioniert wirklich ähnlich.

So, nun zum eigentlichen Thema, das genauso unwichtig ist wie das Obige: Der Herbst, die kurzen Tage, das dunkelbehangene Alltagsportrait und meine veränderte Einstellung dazu. Also klickt unten auf “Weiterlesen…”, wenn Euch der Hauptteil interessiert.


Autumn

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Wie kann man seine Traurigkeit begründen, wenn die Herbstblätter nicht mehr fallen? Wie kann man seine Schwermut begründen, wenn man vorhin noch spaßend und ganze Horden ins Gelächter werfend beim scheinbaren Frohsinn gesehen wurde? Wie kann man erklären, man fühle sich lachend dem Elend unterworfen, ohne dabei als Lügner und Heuchler gesehen zu werden? Wie kann man vor sich selbst wegrennen und im Wettlauf gegen sich selbst noch verzweifelt versuchen, Andere von ihrem Schicksal zu befreien? Wie kann man die zig-fachen rohen und formlosen Parallelgefühle ordnen? Und wenn man es tut, warum entstehen daraus nur in sich widersprüchlichliche emotionale Zerreißproben und schizo-affektive Verhaltensweisen, die Deine ganze Welt in ein schwarzes Loch verschlucken und Dir die Ordnung, an der Du Dich solange festgehalten hast, mit einem hämischen Lachen ins Gesicht schmeißen?

Ich frage inzwischen nicht einmal mehr nach dem Sinn des Lebens, nach der Existenz einer Gottheit, nach dem “Warum” des ganzen sinnlosen Seins und dem “Wie” der universellen Funktionsweise sovieler, fragiler Regelsysteme in der Natur und all den Galaxien. Ich frage nur, wie ich funktioniere und warum ich mich nicht ändern kann. Warum ich mich selbst nicht loswerden kann, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche. Ich frage mich, warum ich dazu verdammt bin, als angebliches Mitglied des anpassungsfähigsten Spezies dieser Welt, mich selbst zu ertragen.

Dabei fallen nicht einmal die Blätter. Aber vielleicht gilt heute die Entschuldigung, dass es gar keine Blätter mehr gibt. Im Herbst darf ich trauern, weil alles stirbt – und im Winter, weil alles tot ist. Ja, das ist wohl der Grund meiner Traurigkeit. Im März muss ich mir aber eine andere Begründung suchen… Ich werde eine finden, da bin ich mir sicher. Ich werde immer eine finden, solange ich keinen Weg gefunden habe, mich meiner Selbst zu enteignen.

09.11.2007, 13:07
Wie sie fallen…

~ Esperanza Fernandez – Gelem Gelem ~

Draußen ist es so schrecklich traurig. Normalerweise genieße ich die herbstliche Melancholie, das fallende Rot und Gelb, das karge, aber strotzende Grün. Doch dieses Jahr ist es anders. Jeder Fall auf den rot-gelben Boden tut mir unendlich weh. Ich sehe die Blätter nicht nur mit einem milden Lächeln fallen und sie im kommenden Frühling wieder auferstehen, nein. Diesmal ist es anders. Ich sehe sie einzeln sterben. Jeden Einzelnen sterben. Sie sterben – und die neuen Blätter werden niewieder die Selben sein.

Noch sind ihre Körper feucht, ihr Leben pulsiert noch, obwohl sie unten auf dem Laubberg nicht mehr um ihr Leben kämpfen. Wenn ich sie anfasse, sind sie glatt und riechen wohlduftend. Sie sind weich und schmiegen sich in meine Handform in der Hoffnung, aus meinem Blut noch einwenig Leben zu erhaschen. Nein… Das stelle ich mir nur vor, weil ich ein Mensch bin und mit dem Tod im Kampf stehe. Ich ihn einfach nicht als Teil des Kreislaufes akzeptieren kann. Das sterbende Herbstblatt in meiner Hand jedoch ist anders. Während es in meiner Hand zuneige geht und seine letzten Sekunden an meiner fürsorglichen Wärme genießt, weiß es, dass es schon sehr bald trocken in meiner Hand zerbröseln wird und seinen Körper der Natur freigibt, damit sie sich von ihr ernährt. Nur ich stehe da und frage mich, warum es nicht mehr da ist. Und wie es sein kann, dass soviel vergeht – von Mensch zu Tier, von Blume zu Laub, von Augenblick zur Ewigkeit.

Selbst ein Laublatt ist weiser als ich es je sein werde. Denn diese Fragen stellt es sich nicht..

Mögest Du in Frieden ruhen. Eines Tages werde auch ich bei Dir sein und hoffentlich meinen inneren Frieden kurz vor den offenen Toren spüren. So wie Du. Und dann hoffe ich, dass auch ich meine Wange an eine liebende Hand laben kann und lächelnd meinen Abschied in die Luft küssen darf…

08.08.2007, 14:38
Autumn On My Wall