Posts Tagged ‘Images’
30.04.2012, 18:17
Ein echtes Selbstpoträt
19.04.2012, 19:49
[Ohne Titel]
18.04.2012, 18:43
Frida Kahlo & Diego Rivera

Manch’ eine Fotografie schreit so laut wie ein Gemälde. Das hier ist so eine.

[Frida Kahlo and Diego Rivera by Martin Munkacsi, 1930]

13.04.2012, 08:30
Von der Einsamkeit verschluckt

Sehr schwächlich war er. Jedes Mal, wenn er Kritik hörte {oder er das Gesagte anderer willkürlich auf sich bezog, weil er sich die ganze Welt war und dachte, die Welt anderer müsse auch aus ihm bestehen}; oder wenn man ihm in milden Worten sagte, er sei verletzend und kalt und somit nicht die allweise allgütige Liebenswürdigkeit, die er immer erzählte zu sein, zog er sich wie opfergetreten zurück und sagte sich in pompöser Feierlichkeit eine private Ode über sich selbst auf, am Liebsten vor dem Spiegel. Er redete von seiner eigenen Begehrtheit und seiner Überlegenheit in Güte und Sanftmut im Vergleich zu den anderen ordinären Geschöpfen dieser Welt. Und während er das tat, ballte er die Faust, obwohl er ja gar keine hatte, wie er immer sagte, und schwor in Gedanken Rache für Dinge, die andere nie getan haben. Mechanisch und kalt tätschelte er sich selbst und offenbarte, wie ungeübt er in dieser Geste war, so dass man ihm seine Zuneigung gegen sich nicht glauben konnte. So tauchte er schon bald in sein eigenes Spiegelbild ein, bis er zum Abbild eines grässlichen Narzissten wurde, der die Verzerrung seiner eigenen Züge im Wasser nicht sah, sondern sie mit seiner unbeirrbaren Fantasterei über sich zu glätten suchte.

Und während er sich so in Rage redete, beschloss er in seinem Wahn, die fünftausend Zeilen seiner Selbstvergötterung nicht nur sich selbst zu offenbaren, sondern auch den anderen. “Wenn sie alle nur wüssten, wie wunderbar ich bin, wenn sie es nur wüssten, dann würde mein Leben endlich leichter sein, meine Einsamkeit der Geselligkeit weichen, die windige Leere in mir mit menschlich liebenswürdiger Unordnung beschenkt werden, und ich hätte endlich, was mir zusteht: Bewunderung!” Und er blieb nicht dabei, er wollte mehr. Nachdem er über sich gut erzählte, erfand er über die anderen Schlechtes, um neben dem erfundenen Ruß und Dreck der anderen, von besonders strahlendem Edelmut dazustehen. Und er glaubte sich, er glaubte sich so sehr, dass er sich vorstellte, wie er sich selbst hingebungsvoll bis zum Ende aller Welten folgen würde so gerne folgen würde, als Untergebener, als Geliebter, als Freund. Weiterlesen… »

29.03.2012, 12:02
Wenn Glück dumm macht

Heute gab es bunte Eier zum Frühstück; und obwohl ich kein Eiermensch bin, hat das Auge heute sehr gut mitgegessen. Ich fühle mich vitamingebombt. {Wusstet ihr, dass Eier mehr Vitamine haben als Obst?} Davon musste ich ein Foto machen, wenn auch nur sehr hektisch und technisch verschäppert {Ich hatte Mordshunger, okay?}. Die Farben beglücken mich wirklich sehr, ich war kurz berauscht und hab’ nur Regenbogenwölkchen gesehen. Ansonsten fühle ich mich ein wenig frühlingshaft fremdgesteuert. Ich weiß genau, was in meinem Gehirn abläuft, dass es mir so geht, wie es mir geht – aber irgendwie ändert sich durch die Erkenntnis nichts – so summe ich weiter vor mich hin und meine, das Glück sei mein Eigenes. {Das ist genauso wie mit dem freien Willen. Ich bin zwar Deterministin, aber das Gefühl, frei zu handeln, ist trotzdem stets präsent.} Meinen alten Matheintervallklammertick habe ich übrigens der Weberin zu verdanken, weil sie gerade ihre eigenen Eckigklammern nicht nutzen kann. Also fange ich – stellvertretend für sie – wieder an, meine eigenen zu nutzen. Ich weiß, das sind gerade ungemein wichtige Informationen, und Glück macht ein wenig dumm, aber diese Dummheit lohnt sich, bei Gott, sie lohnt sich wirklich, wenn man bedenkt, dass glückliche Menschen anderen selten weh tun. Weiterlesen… »