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Sie rannte, sie rannte sich ihr das Leben aus dem Leib und schrie durch die Menge, schrie, schrie und riss die Massen um sich herum weg wie große Vorhänge in einer Oper, die sie durchrennen musste. Es gab kein Entkommen, kein Fliehen, kein Schlupfloch, keine Stille – keine Atempause. Alles prasselte auf sie nieder. Die letzten Jahre, die Demütigungen, das hämische Lachen Anderer, der Zeigefinger, der auf sie und alles, was sie war, zeigte – Pfeile schossen aus dem Finger in ihre Stirn, der Tod, der Tod, seine hässliche Fratze, rief ihr hinterher, er würde noch lange nicht sie, doch ihre Lieben schon bald mitreißen.

Sie rannte, sie rannte und rannte sich in die Atemlosigkeit. Ihre Brust ver-eiste zu einer pochenden Maschine, die vor ihren Bildern des Albs hinwegschoss. Weit hinwegschoss, schoss, weit hinwegschoss, bis sie an die rot-schwarze Wand der Verzweiflung aufschlug. Alles flog ihr in Fetzen auseinander, ihre Seelenschätze zerbrachen unter der Wucht der Peitschenwellen – und sie sammelte hastig die Scherben auf, presste sie an ihre Brust, schnitt sich unzählige Wunden in die weiße Haut und rannte weiter – blutüberströmt. Sie blickte voller Furcht zurück und sah ihren Feind nicht, dennoch rannte sie weiter, bis nicht einmal mehr kleine Fetzen Stoff an ihrem Körper hingen. Eine dunkle Welle riss sie hoch, mit verzerrtem Lachen hoch, sie verlor den Halt, presste die Scherben fester an ihre Brust, schrie auf ob der Schmerzen, fiel in die Tiefe, in die endlose Tiefe, in die Tiefe und flehte um den Aufprall, er möge jetzt kommen. Jetzt, jetzt, jetzt…

…wachte sie auf.