Posts Tagged ‘Israel’
04.04.2012, 15:07
Günter Grass traut sich

Literaturnobelpreisträger Günter Grass beschreibt in seinem Gedicht die Angst, Israel könne den Iran angreifen und “auslöschen”, und das mit Hilfe deutscher U-Boote. Dagegen hat er ein Prosagedicht verfasst und versucht, seine Ambivalenz und Angst zu beschreiben. Die historische Last, die ihn mit Israel verbindet und ihm und vielen Deutschen das Gefühl gibt, man müsse alles akzeptieren, was Israel für sein Überleben entscheidet, liegt schwer in seinen Zeilen. Und dennoch offenbart er uns hier ein lautes “Nein” zum Krieg. Mir ist bewusst, dass für die meisten von uns dieser Krieg noch immer sehr weit weg wirkt, so wie es der Krieg gegen Afghanistan und Irak war, aber er ist es nicht. Ein Krieg gegen Iran ist ein ganz anderes Niveau. Ein Krieg gegen einen nur minimal schwächeren Gegner nämlich; und das werden wir zu spüren bekommen, wenn wir nicht alles in unserer Macht stehende tun, um das zu verhindern. Ich bin froh, dass Grass damit angefangen hat. Ein Schriftsteller zu sein bedeutet, im richtigen Augenblick die Verantwortung seines kulturellen Einflusses wahrzunehmen und zu sprechen, damit wir lauschen und handeln können. {Hier nun sein Gedicht}: Weiterlesen… »

Seit nun mehr als einer Woche ist die Initiative “Israel loves Iran” und der darauf folgenden Antwort der jungen Iraner “Iran loves Israel” am blühen und trägt schon erste Früchte. Abgesehen davon, dass Israelis und Iraner sich über Emails, Kommentare und Facebook-Freundschaften gerade kennenlernen, ihre Kulturen miteinander vergleichen und eine gemeinsame Geschichte finden, anstatt die ewig propagierten Unterschiede, sind sie sich vor allem in dem Wunsch einig, dass sie – als Völker dieser beiden Länder – keinen Grund sehen, einander zu hassen und zu bekriegen.

Noch immer gibt es zynische Kritiker, die mit den Herzen, Solidaritätsbekundungen und Facebook nichts anfangen können, diese wunderbare Initiative all zu gern belächeln und meinen, sie sei absolut sinnlos, wenn sie einen Krieg nicht verhindern könne. Wer die Wichtigkeit der Völkerverständigung nicht anerkennt, hat nicht verstanden, warum Politiker, bevor sie einen Krieg führen, Monate bis Jahre vorher eine große Medienkampagne starten, um das andere Volk als feindlich gesonnen und vor allem die Regierungen als unhaltbar gefährlich für die eigene Sicherheit hinstellen. Um einen Krieg zu führen, bemühen sich Regierungen noch immer um den Rückhalt des Volkes, um neben einem militärischen Konflikt nicht auch noch einen Internen in Schach halten zu müssen. Das lässt sich durch die neuere Geschichte hinweg beobachten. Nichts desto Trotz sollte diese Initiative nicht erst dann als sinnvoll erachtet werden, wenn sie es durch ihre aus ehrlichen und kritischen Fragen entstandene Bekundung erreicht, dass die israelische Regierung keinen militärischen Angriff startet. Natürlich gibt es Grund für Zweifel daran, dass diese Aktion tatsächlich eine kurzfristiges Zurückrudern der israelischen Regierung bewirkt, aber längerfristig ist so eine Annäherung nur positiv zu bewerten. Wenn solch eine Saat des Friedens und des Miteinanders gelegt wird, bleibt sie selten ohne positive Konsequenzen. Schon jetzt sind genau diese zu sehen. Weiterlesen… »

18.03.2012, 16:30
Israel ❤ Iran

»To all the fathers, mothers, children, brothers and sisters

For there to be a war between us, first we must be afraid of each other, we must hate. I’m not afraid of you, I don’t hate you. I don t even know you. No Iranian ever did me no harm. I never even met an Iranian…Just one in Paris in a museum. Nice dude. I see sometime here, on the TV, an Iranian. He is talking about war. I’m sure he does not represent all the people of Iran. If you see someone on your TV talking about bombing you …be sure he does not represent all of us.

I’m not an official representative of my country. I m a father and a teacher. I know the streets of my town, I talk with my neighbors, my family, my students, my friends and in the name of all these people …we love you. We mean you no harm. On the contrary, we want to meet, have some coffee and talk about sports. To all those who feel the same, share this message and help it reach the Iranian people.

Ronny, Tel Aviv«

Diese “Kampagne” geht gerade durch die virtuelle Welt, die immer mehr dafür sorgt, dass wir auf dieser Seite der Welt erleben, was die andere Seite der Welt denkt. Viele Israelis haben sich angeschlossen, haben Fotos geschossen und ihre Gesichter dieser Kampagne geschenkt. Ich poste hier eines, die anderen findet ihr auf der unten verlinkten Website. (Achtung, Text geht weiter).

Die Antwort der jungen Iraner ließ nicht lange auf sich warten:

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PsychoIhr habt sicherlich alle mitbekommen, was in Nord-Afrika geschehen ist, nicht wahr? Vielleicht freut Ihr Euch sogar für Tunesien und Ägypten? Vielleicht sind Euch einige Ungereimtheiten nicht aufgefallen, wenn Ihr Glück habt. Dann gratuliere ich Euch, Ihr konntet ruhig schlafen.

Mir hingegen ist das nicht gelungen. Mit großem Schrecken beobachtete ich den unglaublich parallelen Ablauf zwischen Ägypten 2011 und Iran 1979. Unsere Monarchie zerfiel nach der Revolution punktgenau am 11. Februar 1979. Punktgenau am 11. Februar 2011 gab Mubarak seinen Rücktritt bekannt.

Ist Euch eigentlich schon einmal aufgefallen, (also das geht an die Leser, die schon etwas älter sind), dass gerade die Deutschen hier völlig aufgebracht gegen den bösen Shah protestierten, die ganze Welt Hass gegen dieses “Monstrum” an König schürte – aber als der Regierungswechsel dann tatsächlich statt gefunden hatte und die Massenhinrichtungen durch Khomeini und seine Handlanger geschahen, sogar Amnesty International die Fresse hielt? Es juckte niemanden, dass aus einem bunten Iran plötzlich ein schwarz verschleiertes Iran wurde. Plötzlich waren die größeren Regime-Monster gar nicht mehr so salient in Deutschlands Köpfen. Niemand ging hier in Deutschland auf die Straße. Sogar die Menschenrechtsorganisationen schliefen das erste Jahrzehnt. Hauptsache, der “Diktator-Shah” war weg. Wisst Ihr, woran das liegt? Eure Medien. Sie bestimmen, was im Fokus Eurer Aufmerksamkeit erscheint und was nicht. Da die khomeinistische Regierung in Ordnung war für die Interessen Eurere Regierungen, hielten die Medien still – und somit auch Ihr, weil Ihr einfach nichts (oder nur wenig) davon mitbekamt.

Was denkt Ihr, warum USA und EU so stark im Fall Ägypten Partei gegen Mubarak ergriffen und das ägyptische Volk unterstützten, einen “sauberen Übergang” plan(t)en – aber Obama sich 2009 zu den mindestens genauso großen grünen Massenprotesten im Iran sich “diplomatisch” zurück hielt? Warum die minutiöse Berichterstattung bezüglich Ägypten, aber die sporadische bezüglich Iran? Was denkt Ihr, warum die deutschen Medien einen Dre…ist-Scholl Latour einlud, damit er sagen konnte, es seien keine Millionen Demonstranten bei uns gewesen, sondern höchstens Zehntausend? Warum bestätigt Rados diese Lüge mit ihrem scheiß obligatorischen Mikro? Und wieso wird gerade in der Zeit, in der meine jungen Landsleute sich nicht anders zu helfen wussten, als all die Greueltaten der Basijis auf ihren wackeligen Handykameras aufzunehmen, während sie noch verprügelt wurden, plötzlich von der Fraglichkeit von Youtube-Videos, Twitter- und Facebookmeldungen debattiert? Weiterlesen… »

03.08.2010, 19:43
Verschmelzung

Ich kann weder Arabisch noch Hebräisch. Aber in diesem Lied höre ich sehr deutlich, wie nah sich diese Sprachen sind. Dieses Lied habe ich heute entdeckt und es berührt mich sehr. Vor allem auch die Stimme der Sängerin. Arabisch hat sich für mich noch nie so weich angehört. Diese Weichheit ist es vielleicht, die sie wie hebräisch anhören lässt. Ich hoffe, zwischen diesen sich eigentlich nahen Völkern gibt es bald Frieden. Auch, wenn es im Moment nach allem aussieht, nur nicht nach Frieden.