Mich haben immer Zeichner fasziniert, die ihre Motive extrem realitätsnah gezeichnet haben. Jedes Detail scheinen sie mit ihrem Auge und ihrem Stift einfangen zu können. Etwas, das ich eher als Wunder betrachte, als etwas, das man erlernen kann. Aber ich hab’s heute einfach mal versucht. Und zwar habe ich mir nicht viel vorgenommen. Nur ein Auge und ein paar Strähnchen. Obwohl das nur sehr wenig ist, habe ich für keines meiner Bilder wohl je solange gebraucht, wie dieses hier. Ich saß fast 2 Stunden dran – und dafür, dass es der erste, echte Versuch war, bin ich zufrieden. Wenn jemand von Euch Literaturtipps hat für Zeichentechniken, dann bitte her damit. Ich würd’s glaube ich gerne einmal richtig können.
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Hier merkt man, dass ich keine Lust mehr hatte. Hihi…
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Diesmal bin ich selbst fasziniert von den Farben… Wenn Ihr draufklickt, seht Ihr, dass die Farben richtig Struktur haben.

01.10.2007, 21:28
Impressions
Okay, ich setz’ die Sachen der letzten zwei bis drei Tage einfach mal lieblos und ohne besondere Ordnung hier rein. Das sind zum Teil nur “Farbtests”, in die ich dann doch noch irgendetwas reingekritzelt habe, bis hin zu Bildern, für die ich mir dann doch mehr Mühe gegeben habe. Da ich aber nicht für jedes Bild einen neuen Beitrag eröffnen möchte, ratter ich sie mal einfach untereinander runter. Ein lila Bild ist auch dabei für Frau Cecie’s, aber sie hatte sich über das “falsche Motiv” beschwert (weil sie’s nicht selbst ist. Höh.)
Das hier habe ich einem Freund gemalt, weil ich weiß, dass er dieses Bild liebt. Ich wusste natürlich nicht, dass dieses Kunstwerk (im Original) das eines Genies wie Michelangelo ist. Das ist auch gut so, weil sonst hätte ich mich allein aufgrund der Ehrfurcht, die ich vor diesem Namen empfinde, gar nicht drangetraut. Meins sieht natürlich etwas “unruhiger”, ängstlicher, trauriger, verzweifelter aus. Ich glaube, ich vergewaltige alle meine Motive tendenziell immer in die selbe Richtung hin. Tut mir Leid. Hahah.
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Das hier ist meine süße Freundin. Leider habe ich sie etwas härter gemalt, als sie wirklich auf dem Originalbild erscheint. Das liegt daran, dass ich die Schattierungen besonders genau machen will und dann zu fest draufdrücke. Zuviel Mimik macht nun einmal reifer – aber sie selbst fand es sehr gelungen und “hübscher”. Falsche Bescheidenheit, wenn Ihr mich fragt.
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Hier habe ich sie noch einmal gemalt. Und da ich meinen Fehler mit den zu harten Gesichtszügen wieder gut machen wollte, habe ich sie diesmal zu weich gemalt (Toll, Sherry, einfach toll.) Das Bild war sehr schwer zu zeichnen, weil die Vorlage nicht einmal so groß wie meine Handfläche war und das schwarzweiß Foto einen zu hohen Kontrast hatte. Ich musste die Schattierungen quasi erfinden, was bewirkt, dass sie etwas zu weich geraten ist. Aber es steht ihr.
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Dieses ganz “tolle” Bild habe ich eher auf’s Blatt drauf geschlagen als gemalt. Ich war sehr wütend, unruhig und aggressiv, als es entstand. Das Bild heißt schlicht und einfach “Aggro” und hat dennoch das sherry-typische Herzchen in der Signatur (ach, wie süß). Sehr originell, ich weiß. Lala…
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Das hier ist eigentlich dieser “Farbtest” gewesen. Ich wollte die Pastell Kreide testen und da ist das entstanden. Nichts Besonderes, aber da die Farben hübsch sind, dachte ich, rahme ich es eben in schwarz ein und setz’ es in mein Blog.
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Über dieses Landschaftsbild muss ich immernoch schmunzeln. Ich mag diese altmodischen Landschaftsbilder nicht, sie wirken oft so, als haben sie Jahrzehnte im Keller verweilt. Aber ich wollte es einfach mal ausprobieren. Wenn ich irgendwann die Technik für Landschaftsbilder gut erlernt habe, möchte ich Landschaften mit pastelligen Tönen malen. Lila und zartorsa Bäume, kräftig blauer Himmel… Oder Herbstlandschaften in Blutrot und Gold. Aber das dauert noch etwas.

Ohne Kommentar…
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28.09.2007, 17:42
Her Pain
Ich weiß nicht, wieviele Wörter ich in den letzten drei Monaten in dieses Blog geschrieben habe. Es waren weniger als sonst – aber dennoch so unsagbar viele, die um den Hauptschmerz herum gefaselt haben, dass ich mir schon fast wie eine Heuchlerin vorkomme. Kein Wunder, dass ich mehr male, als schreibe. Dass ich mehr weine, als schlafe. Ich werde dennoch weiterschweigen, mir bleibt nichts Anderes übrig, denn die Kraft versiegt immer mehr.
Letztens fragte mich eine Freundin: “Sherry, wie geht’s Dir?” – Als ich zur Antwort ansetzen wollte, redete sie einfach weiter und weiter. Ich schluckte den Kloß ungekaut wieder runter, den ich zum Antworten aufgestoßen hatte. Sie meinte es nicht böse, wirklich nicht, doch für mich, die sich endlich dazu überwinden wollte, zu reden, war’s ein Game Over für die nächsten Tage. Also bleibt mir wieder nichts weiter, als zu malen, anstatt zu reden – oder in Schleiern zu schreiben.
Das Bild heißt »Her Pain«. Es ist meine erste Kohlezeichnung. Mit Kohle lässt es sich für mich nicht gut malen. Leider. Deshalb werd’ ich das wahrscheinlich so schnell nicht wiederholen.
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25.09.2007, 17:40
Following…
Es ist ganz seltsam. Dieses Bild ist weder technisch gut, noch gehören die Farben zu meinen Lieblingsfarben. Zudem habe ich viele Fehler gemacht. Aber das lege ich bei diesem Bild sehr einfach zur Seite, ohne mich daran zu stören, denn es ist etwas Anderes hier passiert.
Ich habe einen jungen Mann gemalt. Ich habe ihn “Dominique” genannt. Dabei hörte ich Astor Piazolla. Und während ich ihn so malte, ist mir etwas Seltsames passiert. Ich habe mich tatsächlich einwenig in ihn verliebt. Ich finde, seine Augen sprechen Welten. Er sehnt sich wohl sehr nach “irgendetwas, irgendwem, nach irgendeinen Ort”. Er ist melancholisch, verträumt, sucht die Ferne. Aber seine Mundwinkel zeigen eine Vorfreude. Eine Vorfreude, als wüsste er, er würde bald “dort” sein dürfen. Dort, wo jemand auf ihn wartet. Wer oder was das immer jetzt auch ist, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich mich in mein Motiv verliebt – und jetzt weiß ich auch, warum ich nie Männer male… Wenn ich Macho-Männer male, dann ist es in Ordnung, die finde ich dann einfach nur sexy. Aber sollte in ihren Augen auch nur andeutungsweise Melancholie, Sehnsucht oder sonst etwas vorhanden sein, bin ich Opfer. Und das sofort. Dann darf ich selber wieder darum kämpfen, aus der Melancholie, der Sehnsucht und der “Vorfreude” wieder zu erwachen, die ich im Ausdruck meines Gemäldes sehe. Oke, genug gefaselt. Hier ist der junge Mann. Ihr werdet ihn bestimmt gar nicht so schön finden wie ich. Aber Ihr seid es auch nicht gewesen, die jedes Detail an ihm einsaugen musste, bevor es mit Farbe zur Form gebracht wird.

Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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