Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte, dann den, dass du uns dieses Lied eine Ewigkeit lang vorsingst. Ich habe versucht, es zu übersetzen. Noch habe ich keine Worte auf Deutsch gefunden, die all das erzeugen können, was eine Zeile auf Persisch einem antun kann. Ich weiß jetzt, warum mein Herz gespalten ist. Weil ich mit zwei Sprachen aufgewachsen bin, die unterschiedlicher nicht sein können, obwohl sie beide der selben Sprachfamilie angehören. Ich werde es bald mit der Übersetzung noch einmal versuchen und hoffe, ich werde dieser Sprache gerecht. Bis dahin versteht ihr vielleicht selbst, ganz mit der Seele, ganz mit den Wellen…
…und wie wir Hand in Hand
durch die Wüste ritten
und unsere Lebensträume
als Proviant sparsam in Rationen
schnitten
Und Deine dunklen Augen
wie schwarze Pfeile gen Oase schossen
Während wir unsere Herzen in
der nächtlichen Rast
mit unseren kühlenden Küssen
begossen
Wie meine weißes Gewand
Dich vor der Sonne schützte
und Deine Hand mich durch
die harten Felsen
durch die Kargheit unserer
Gegenwart stützte
Wie der heiße Wüstensand
mir die Brandwunden in die
Füße sengte
So sengte Dein Blick
mir das Herz
in abertausende
Dich immer mehr liebende
Stücke
Und wie in den alten Geschichten
der Liebenden
fühlte ich,
wie sich mein Verstand
in Deiner Nähe
immer mehr in die Ferne rückte
Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne
Unsere Oase nanntest Du
voller Hingabe ‘Heimat’
Auch, wenn Du nicht wusstest,
wo sie war
und wie sie hieß
doch unsere Träume,
sagtest Du,
verliehen ihr
ein deutliches Gesicht
so deutlich wie das Meine
in Deinem Seelenlicht
Unser Zukunft nanntest Du ‘Zu Hause’
Auch, wenn Du nicht wusstest,
wer dort weilte
und dort in der Nacht zu seinen
Hoffnungen weinte,
doch unsere Sehnsucht,
sagtest Du,
flüsterten unserem Zu Hause
als Vorbote unserer Ankunft
ein Liebesgedicht
so lieblich wie einst
Deines an mich
Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne
Und so wie aller Jasminblüten
tanzender Düfte
durch das Paradies und seine Tiefen eilten
So eilte ich herz-zer-rasend auch durch Dich
Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne
Und genauso,
wie Leyli Majnoons Tode folgte
So folgte ich auch Deinem
…und das Gesicht,
das Du einst unsere
Heimat nanntest,
streichelte uns
in seinem Licht
So wie in Deinem Wahne
aus einem großen Garten,
lachenden Gästen,
unserer Kinder-
und Kindeskinder-Lachen -
und Dich und Mich…
Ich kann diesen Blick in Deinen Augen nicht vergessen…
Es war ein grauer Januar-Nachmittag. Die Uhr pochte mit meinem Herzen um die Wette, weil die Zeit wie immer gegen mich spielte. Wir sollten uns in einer Stunde nach vielen Tagen im elysischen Schwebezustand wieder trennen. Ich hatte vergessen, welche Umstände uns dazu zwangen, wieder alleine im Bett einzuschlafen, deshalb sagte ich mit der letzten Kraft in meiner Stimme:
“Können wir denn nicht einfach hier bleiben?”
Dann kam dieser Blick, den ich nie vergessen werde. Der Blick eines Mannes, der daran zu Grunde geht, weil er den Wunsch seines Mädchens nicht erfüllen kann. Wir lagen seitlich beide – mein Gesicht an Deiner Brust. Ich schaute in diesen Blick hoch und dann tief hinein, den ich nie vergessen werde. Meine Lippen zitterten – und Du sagtest nur – fast flehend: “Nicht…” – doch ich vergrub meine Augen und meine Wange schon in Deine Brust und weinte, bis Dein Blick mich wieder zu sich zwang. Der Blick eines Mannes, der daran zu Grunde geht, weil er den Wunsch seines Mädchens nicht erfüllen kann. Dieser Blick, wie er mir fast in aller erdenklichen Zärtlichkeit und doch mit Gewalt in die verweinten Augen sah und nur bedauerte. Bedauerte, dass es die Gesetze der Natur gab, die es unmöglich machten, dass weit entfernte Orte binnen Sekunden erreicht werden können. Ich hörte, wie Dein Herz aussetzte, als Du mich ansahst, die Glut von Deiner Brust in Deinen Hals gelang, Dich beben ließ und sich in Deinen Augen feucht-nass entlud. Mir blieb die Luft weg bei diesem Blick. Der Blick eines Mannes, der daran zu Grunde geht, weil er den Wunsch seines Mädchens nicht erfüllen kann, kann so unendlich weh tun.
“Du liebst mich wirklich…”, brach meine Stimme und ging in Deiner Wärme unter – und ich vergrub mein Gesicht wieder in Deine Brust. Du sagtest nichts und hieltest mich fest an Dein Herz. Du dachtest, Dein pochendes, weinendes Herz würde schon Antwort genug sein. “Du liebst mich wirklich… Ganz wirklich…”, weinte ich leise und spürte den Blick eines Mannes, der daran zu Grunde geht, weil er den Wunsch seines Mädchens nicht erfüllen kann noch Tage später auf mir ruhen…
Diesen “Rap” hat mir mein kleiner Bruder (16) vor ein paar Tagen geschickt. Er meinte, ich solle wegen der Rechtschreibung mal drüberschauen. Was ich da zu lesen bekam, war ein emotionales Meisterwerk. Er schrieb es für seine beste Freundin, mit der er all seine Sorgen teilt. Sie schneidet sich ab und zu in die Arme, wenn es ihr sehr schlecht geht… Im letzten Beitrag “Männer sind doof” habe ich noch erklärt, wie das Trösten nicht klappt. Und hier ist ein Beispiel dafür, dass es auch Jungs / Männer gibt, die einfach eine Seele dafür haben.
Ich bin total stolz auf den Kleinen, der inzwischen 1.82m groß ist und mich wie ein kleines Mädchen tätschelt. Ich liebe Dich, Bruderherz. Egal, was sein wird.
Blut im Bad
Sehr gerne würde ich Dir Deine Probleme nehmen
und Deinen Schmerz teilen
ihn verheilen
Ich höre Dein kleines starkes herz
so laut weinen…
Meins weint mit schatz…
Sehr gerne würde ich immer für Dich da sein…
Dir schenken mein ganzes Dasein…
Dir helfen bei Angst und Sorgen
Bei Dir sein, bei Nacht und Morgen.
Schatz Du zweifelst am Sinn des Lebens
Versuchst Deinem Leben einen Sinn zu geben
Sag’, wieso bist Du eben mit Klinge im Bad gewesen?!
Hast Dir in Gedanken jeden Grund gegen das Leben vorgelesen
Du willst spürn’ starke Schmerzen…
Willst wissen, ob überhaupt nochwas da ist
Und Deine Wunden auch wirklich noch schmerzen…
Deshalb überkam Dich das Gefühl, zur Klinge zu greifen
Und Dir in die Arme und ins Herz zu schneiden…
das Blut tropft – Du bist erleichtert
Es ist dumm, doch Du denkst
“Ich fühl nix mehr, was soll’s dann schneid’ halt weiter!”
Dein Leben ist ein Gefängnis in Deinen eigenen vier Wänden…
Sehr gern würd ich helfen, das Blatt Deines Lebens für immer wenden
Doch ich kann Dir nur, nur dieses lied hier schenken!
Glaub mir, dass ich mit Dir fühl’
Auch wenn auch mich Probleme plagen,
die mich in die irre führn’…
Hab viel Verantwortung, viele Lasten zu tragen,
Schwer solche Lasten zu tragen, wenn meine Hände
keine Lasten mehr tragen…
Ich bin dabei mein Leben zu zerstörn’
Ich tu’ die Stimmen der Weisheit überhörn’
Ficke meine Zukunft Tag für Tag ein Stückchen mehr…
Der Tag, an dem ich’s Schwarz auf Weiß hab, rückt immer näher…
Sehr gerne würde ich Dir Deine Probleme nehmen
und Deinen Schmerz teilen
Ihn verheilen
Ich höre Dein kleines starkes Herz
so laut weinen…
Und so, wie die scharlachroten Blüten
in meinen trauernden Händen ergrauen,
verwelke ich knisternd in den
Krallen des Lebens
und darf dabei nicht mal
mehr nach Hause schauen
Mein goldener Garten weint’ um mich
Mein goldener Garten weint’ für mich
Mein goldener Garten rief nur Dich
Mein goldener Garten schrie für mich
…doch Du bliebst still.
Als die verliebte Sonne untergeht
und ihr glühender Kuss zum Meer
den Mond und sein treues Silberlicht hintergeht,
öffne ich noch einmal meine müden Augen,
schau’ zurück zu meinem goldenen Garten,
liebe ihn, küsse ihn ganz dicht -
doch zuletzt liebe ich viel mehr noch Dich,
lass’ endlich ab von meinem schwarzen Gewand
und muss – so fest nun bei Dir ruhend – Hand in Hand -
niewieder auf Deine Liebe
und Dein Leben warten,
niewieder auf Deine Stimme
und Dein Lachen warten
Wie einst, so ganz allein
in meinem goldenen Garten
Du bist der König aller Sieger
Die Muse aller ehrenvollen Krieger
Die fest haltende Hand trauriger Verlierer
Die Heimat rastlos Suchender
Und Gottes stolzer Geliebter
~ ~
Das Augenlicht der Blinden – das bist Du
Die feste Hand eines Flehenden – das bist Du
Die Schultern, auf denen Kinder lachen
und sich sorglos in die Tiefe des Lebens
fallen lassen,
das bist Du
~ ~
Und weil der Weg, den Du gehst,
Der Weg des Beschützers für die
Schutzlosen ist
~ ~
Und weil das Lied, das Du in schlaflosen Stunden singst,
Das Lied aller Liebenden ist
~ ~
Und weil Deine Augen, die mal aus Wut gegen Ungerechtigkeit
Mal aus herrisch-packender Leidenschaft funkeln,
und das Licht der Sterne -
und der Sterne Kindes-Kinder sind
~ ~
Und weil die Kraft, die Du uns verleihst
Die Kraft eines Majnoons
auf der Suche nach Leyla
in der peitschenden Wüstensonne ist
~ ~
…bist Du es,
der mein Ein und Alles ist
Bist Du es, den ich bedingungslos liebe -
nein, nicht nur das -
denn ich vergöttere Dich
mit Allem, was in mir ist