Vorgestern waren wir in München, einfachso – und ich muss sagen, München ist die erste deutsche Stadt nach Köln, in der ich mir wenigstens im entferntesten vorstellen könnte, zu leben. Die Architektur dieser Stadt ist einfach unglaublich ansprechend. Obwohl dort nichts so riesig ist wie der Kölner Dom, empfinde ich die Details in den Bauwerken als unglaublich vielfältig und stolz. Ja, die Stadt strotzt nur so vor Stolz, Sauberkeit, einer Art “sympathischer Kleinkariertheit” und Selbstbewusstsein.
Die Münchener scheinen zu wissen, dass sie “etwas wert” sind, deshalb haben sie es auch nicht nötig, unfreundlich oder barsch zu sein – aber genausowenig haben sie es nötig, Kontakt und Aufmerksamkeit zu suchen. Die älteren Menschen sind relaxter und lassen sich trotz der Großstadt, in der sie leben, mehr Zeit bei ihren Alltäglichkeiten, die jungen Leute kokettieren nicht so auffällig und penetrant um die Wette. Das liegt vermutlich daran, dass diese Stadt – so groß sie auch ist – eigentlich kaum etwas Hektisches an sich hat.
Was mir besonders aufgefallen ist, sind die vielen “Araberinnen” in schwarzen Tschadors / Schleiern. Soetwas sieht man in Köln kaum. Zwar haben wir hier viele Türkinnen mit Kopftuch und Rest-Styling im wirklich sexy Format (die jungen Kopftuchträgerinnen in Köln sehen ca. 10 Mal leckerer aus als jede halbnackte, minirocktragende Schnecke! Sowas von aufreizend, ohne wirklich Haut zu zeigen – unfassbar wie die das machen!), aber von Kopf bis Fuß in Schwarz sieht man hier kaum jemanden eingehüllt. Sogar inklusive Gesichtsschleier habe ich vorgestern mehr als drei Mal gesehen. Die Münchener scheint das nicht zu bekümmern.
Vieles hat mich an Köln erinnert, weil auch Köln eine sehr altmodische Architektur hat, wenn auch eher gotisch. Die von München konnte ich noch nicht einordnen. Aber auch München scheint unter “römischem” Einfluss zu stehen. Gewisse Statuen haben das verraten.
Leider hatte ich keine Zeit, Fotos zu schießen. Nicht so, wie ich wollte und sollte. Man braucht mehr als nur einen Tag, um all die Bauwerke bewundern und abknipsen zu können. Die Stadt war außerdem rappelvoll wegen irgendeines Jubiläums – die ganze Stadt war am – hm – feiern.
Nach drei Wochen Bodensee war die vertraute Menschenflut eine Art erfrischender Wasserfall direkt auf mein Haupt. Ich vermisse das Großstadtleben sehr, auch wenn ich angefangen habe, das Kleinstadtleben zu schätzen.
Ich bin noch einige Wochen hier. Es war einwenig riskant, sich zu entscheiden, gleich mehrere Wochen bei Peyman zu bleiben. Ich mache mir jetzt schon Sorgen über die Zeit, in der wir nicht den Alltag miteinander verbringen, nicht abends gemeinsam einschlafen und morgens miteinander aufwachen. Nicht zusammen kochen und essen, nicht einkaufen… Stop.
Hier ein paar Fotos aus München (weitere werde ich sicher noch aus dem Archiv bearbeiten und onlinestellen). Nichts Besonderes – und eher im Vorbeihetzen geschossen, also verzeiht es mir. Das nächste Mal lasse ich mir Zeit. Auf die Belichtung habe ich in der Hektik absolut geschi… Joah.
Diesen Audi hat Peyman hyperventilierend auf der Straße und dann auch noch parkend entdeckt. Mir wäre er gar nicht aufgefallen. Ich mag Sportwagen nicht.

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