Posts Tagged ‘Muße’
04.10.2011, 11:15
Vom Schützen und Beschützen

„Weißt du, was der Unterschied zwischen uns beiden ist?“, nahm sie ihren Restmut zusammen und stellte ihrer Freundin endlich die einleitende Frage, die sie in ihren Gedanken schon so oft gestellt hatte. „Nein, sag’ es mir, bitte.“ Sie atmete auf und begann, zu sprechen: „Jeder Mensch“, holperte sie den Satzanfang heraus, ohne zu wissen, worin er münden wird. „Jeder Mensch hat eine bestimmte Art, einen Menschen, eine Situation oder das Leben zu betrachten. Aus der Art, wie ein Mensch das Leben betrachtet, erfolgt seine Berufung. Warte, sag’ nichts, ich versuche es zu erklären. Wenn ich mit dir einen Ort erreichen möchte, schaust du nach dem Weg, der am schnellsten ist. Und ich schaue nach dem Weg, der vor allem für dich am Sichersten ist. Und wenn wir uns doch nach deinem Weg richten, sind meine Augen und Hände um dich herum wie unsichtbare Flügel. Sie zerren dich zurück, halten dich fest oder geben dir einen Klaps auf den Oberarm, wenn ich – viel zu früh, viel zu oft, viel zu überstürzt – eine Gefahr für dich sehe. Das ist keine Leistung, musst du wissen. Es ist in mir drin, ich kann nichts dagegen tun. Meine Aufmerksamkeit fokussierte sich schon immer – auch als Kind – darauf, andere zu beschützen. Alles, was um mich herum war, ob Tier, Mensch oder Gegenstände – selbst wenn es Fremde waren – sollte sicher sein. Der kleine Kreis um mich sollte in Frieden gelassen werden. Das ist der Unterschied zwischen uns. Bei mir kommt das an erster Stelle, was bei dir an Zweiter kommt. Es ist der, der mich anhänglich, aber auch grausamer macht. Ich kann andere mit den Zähnen einer wild gewordenen Raubkatze zerfleischen, die die Menschen in meinem Kreis verletzen wollen, während du in irgendeiner Weise Verständnis für sie aufbringen kannst.

Wir unterscheiden uns also, ja. Du schaust nach dem schnellsten Weg, der, der dich am Besten zum Ziel bringt. Gerne nimmst du mich mit, weil ich angenehm, treu, liebenswert oder auch ein guter Schutz bin, aber meine Sicherheit ist nicht dein erster Gedanke. Und das ist der Grund, warum ich mich immer wieder zurück ziehen muss in unserer Verbindung. Auch, wenn wir beide nichts für die Art, wie wir sind, können – so erwarte ich in meinen falschen Menschenbildern jenen gegenüber, die sich Freunde nennen, noch immer, dass sie mich auf die Art lieben und für mich kämpfen, wie ich es immer für sie getan habe. Du brauchst nichts zu sagen. Ich werde gehen, und ich werde zurück kommen, wie immer. Vielleicht früher, als du mich wieder zurück holen wirst, vielleicht wirst aber du aber schneller sein.“ Sie drehte sich um und ließ ihre Freundin mit lähmenden Schritten allein. Ihr Herz pochte aus Angst, sie würde fallen und sterben, wenn sie die paar Tage ohne ihren Schutz in ihrem Zimmer im Kreis drehte. Doch nichts dergleichen geschah. Und keine der beiden kehrte je zur anderen zurück. Weiterlesen… »

26.04.2008, 20:46
Kunst macht träge

Kunst entschärft die Gedanken und die Analysier-Lust, aber lässt die Gefühle erblühen, egal, um was für Gefühle es sich handelt. Alle Schreckgedanken mutieren zu Lavinen eines Horrormassakers – und alles, was in einem vorsichtig blüht und schön ist, trägt mit und durch die Kunst große, reife Früchte, fliegt wie Schleier durch die Winde, zerreißt sich im Höhepunkt seiner Lust und fällt wie weiches Laub auf die Wolken Deiner hebenden Brust.

- Cut -

Kunst muss also wohldosiert sein, sonst überrauscht sie den logisch-denkenden Teil des Gehirns. Und ich weiß gerade nicht, ob ich das will. Wie kommt es dann, dass ich gerade in der letzten Zeit ständig (amateurhaft) “künstlerisches” Zeug versuche? Ich versuche nicht “Kunst” zu machen, sondern ich tu’, was mir Spaß macht – und das wird dann meistens etwas Richtung Kunst. Ich habe jedoch gemerkt, dass mich das so sehr ablennkt, dass ich nicht mehr dazu im Stande bin, nachzudenken. Und je mehr ich jetzt darüber nachdenke, merke ich, dass ich wohl genau das will: Einfach nicht mehr nachdenken.

Ich diskutiere manchmal in Foren rum. In meiner Argumentationsweise wurde ich schon oft wegen meiner “Sezierfähigkeit” gelobt; und ich selbst merkte, dass ich Worte sehr gezielt und effektiv auf meinen Diskussionspartner loslassen kann. Und im Moment? – Gar keine Lust. Wenn ich diskutiere, dann in Stichpunkten und chaotisch. Ich hege weder Ambitionen noch die Lust, mir Mühe zu geben, verstanden zu werden. Meine Argumentation ist unsauber und unfundiert. Ist das gut? Ich weiß es nicht.

Vielleicht brauche ich einwenig Pause von all den Farben und Formen. Gedichte ertrage ich ja schon seit längerer Zeit nicht mehr, die weichen richtig meine Birne auf wie eine Stulle Gras – und danach fange ich an, den romantischen Kram einfach nur zu verachten, weil die Realität zwar alles ist, was ich hasse, aber auch alles ist, was ich habe, deshalb hüte ich sie so gut ich kann.

Ich glaube, ich brauch’ wieder ein gutes Buch. Am Besten ein Sach- oder Lehrbuch. Kalte Formulierungen beruhigen mich oft – wie festes Land unter den Füßen nach einer großen Flut. Wenn ich etwas mit Zahlen anfangen könnte, ich würde in die Mathematik flüchten.

21.11.2007, 17:38
Lebenszeichen

Ich bin sehr stumm seit Pepe wieder weg ist aus Köln. Und da mich schon einige per Email fragen, ob alles “oke” sei, dachte ich, ich gebe mit einem total unsinnigen, themenlosen Beitrag ein Lebenszeichen von mir. Ich überlege gerade, was ich die letzten Tage so treibe. Mir fallen zwei sehr emotional sehr oberflächliche und genau deshalb auch wohltuende Themen ein:

o Lidschattentechniken
o Hormone

Zum Thema Kosmetik und Lidschatten muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich in der letzten Zeit sehr viel Geld ausgegeben habe, um einige Dinge auszuprobieren, von denen andere Frauen schwärmen. Mit Entsetzen habe ich dann doch mal in mein Konto geschaut und habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit auf die Bremse zu drücken und die Produkte auch einmal “zu Ende” gehen zu lassen, bevor ich mir Neue besorge. Ich beginne jetzt erst, nachdem ich vermutlich schon zu alt dafür bin, mich mit dem Thema “Kosmetik” zu befassen und probiere natürlich alles im Turbo aus. Dabei geht’s übrigens noch nicht um Anti-Aging Sachen, wurde mir ausdrücklich von Pepe mit einem sehr skeptischen, vernichtenden Blick “verboten”. “Hör’ mal auf, ey. Siehst noch aus wie’n unschuldiges Mädchen – und kommst dann mit sowas!” – Also mach’ ich mal Stop und bleibe bei meiner “First Beauty AOK Reinigungsgel-Pflege” (weil sie rosa ist. Sie ist zwar für pubertierende Haut gedacht, aber was soll’s – ist halt rosa.)

Aber das Thema “Hormone” hat mich dann doch gefesselt. Die Meinungen gehen auseinander von “Wundermittel und Jungbrunnen” bis hin zu “Ursache für viele Krankheiten”. Gerade die Wirkung auf den weiblichen Körper von Hormonpräparaten jeglicher Art haben mich fasziniert. Leider ist es bei mir so, dass ich immer eine Phase habe, in der ich irgendetwas “extrem” tu’. Ich male extrem, ich schreibe extrem, ich befasse mich extrem mit Musik, mit Kosmetik, mit Schminke, mit Farben, mit Psychologie, mit… und im Moment befasse ich mich extrem mit Hormonen. Und immer, wenn ich das tat, habe ich, damit ich die “Theorien” gut verinnerliche, die ganze Welt und ihre Funktionsweise auf Grundlage eben dieser Theorie zu erklären versucht. Ohne, dass ich an sie glaube. Das ist wie eine Rechenformel, die Du neben Anderen für ein und das selbe Problem anwenden kannst. Oder besseres Beispiel: Das ist genauso, als wenn man das Phänomen “Liebe” einmal aus evolutionsbiologischer, aus soziologischer, aus psychologischer und mythologisch-/esoterischer Sicht erklärt. Jede Sichtweise hat seine “korrekten” Bezugsfaktoren. Jedenfalls sind Hormone im Moment Schuld an Allem. An meinem Verhalten, an Pepe’s Verhalten, am Verhalten der ganzen Menschheit.

Ach, ich schweife wieder ab. Jedenfalls ist das Thema “Hormone” sehr fesselnd – und ich werde wohl noch etwas länger damit beschäftigt bleiben. Und was kommt dann als Nächstes? – Keine Ahnung. Malen & Zeichnen geht jedenfalls gerade nicht, weil Pepe & Ich mein Bett, meinen Schreibtisch etc. rausgeworfen haben und auf die Lieferung von neuen Möbeln warten. Ich wohne also im Moment im Wohnzimmer auf dem großen Bett-Ecksofa, der mir den Schlaf raubt.

Das zu meinem langweiligen Lebenszeichen… Dabei hätte ich gerade doch Lust, über ein ziemlich deftiges Thema zu schreiben. Aber dazu muss ich meine Gedanken noch ordnen, dann hau’ ich rein.

07.11.2007, 23:43
Mein Schminktisch…

Gestern einfach alles draufgestellt, was ich so im Stauraum an Kosmetikkram hatte. Über die Hälfte der Dinge hatte ich weggestellt, weil ich sie eh nicht nutze. Außer Kajal und Maskara.

Aber ich hatte etwas Geld letztens. Und das geht ja nicht, zu schwer zum Tragen. Ist nur Ballast. Und ein dm war in der Nähe. Und da waren glitzernde, funkelnde, bunte Dinge, die man nicht braucht, die sinnlos sind, die Frau aber haben muss. Also habe ich zugeschlagen. Über 70 EURO nur für Lidschatten. Krank ist die Welt der Frauen. Krank mein Hang zu Farben, egal worum es sich handelt. Es hätte auch ‘ne bunte Klobürste sein können – hätte sie so geglitzert, ich hätte sie stolz ergattert. Oke, ich halt’ jetzt den Mund, mein Redeflash ist ja nicht mehr auszuhalten. Ich weiß schon. Oke, die Pix.
(Pepe schüttelt gerade übrigens den Kopf. Ich such’ gerade eine Pfanne zum Drüberhauen.)

16.10.2007, 22:03
Impressions II

Hier mein neuester Versuch, “realistisch” zu zeichnen. Da sind noch einige Fehler drin, aber ich finde es gut. Ich habe 3 Stunden daran gearbeitet. Solange saß ich glaube ich noch nie durchgehend an einem Bild. Ich hab’ sogar die “Rastertechnik” benutzt, um die Proportionen richtig zu treffen.

Jungs, schaut mal eben weg. Das ist nichts für Eure Nerven. Ich weiß, dass auch Geschlechtsgenossinnen ab 35 etwa meine Farborgien nicht immer ertragen, aber manchmal muss ich mich ausleben. Vorallem, wenn meine letzten Bilder zu schwarz-weiß-lastig waren.

Hier nochmal mit Original Hintergrund…

06.10.2007, 07:49
She…

Diesmal bin ich selbst fasziniert von den Farben… Wenn Ihr draufklickt, seht Ihr, dass die Farben richtig Struktur haben.