Posts Tagged ‘Musik’
24.05.2010, 00:39
Bahar

Du bist unglaublich, Frau… Hör’ nie auf damit.

Es gibt zwei Sorten von DSDS-Konsumenten: Jene, die DSDS verurteilen und so tun, als würden sie über den Dingen stehen und jene, die DSDS je nach Kandidatenformat mit Leidenschaft verfolgen. Doch eines haben beide Gruppen gemeinsam: Sie schauen diese Show mit Argusaugen. Ob Kritiker oder Liebhaber: Sie zappen nicht weg. Sie schalten nicht ab. Sie verfolgen die Show.

Deutschland „liebt“ (und hasst) DSDS. Und das hat weniger mit Dieter Bohlen oder seinem „musikalischen Genie“ zu tun, als vielmehr mit der Tatsache, dass man live bei der musikalischen – und was uns vor allem interessiert – der Persönlichkeitsentwicklung der Kandidaten dabei sein kann. DSDS ist erfolgreich, weil die Zuschauer das Gefühl bekommen, am Entstehen einer neuen Lebensgeschichte maßgeblich mitbeteiligt zu sein. Der Zuschauer hört und schaut (hin), der Zuschauer will, der Zuschauer entscheidet, der Zuschauer siegt – und mit ihm sein Superstar. Dass Dieter Bohlen durch stark tendenziöse Kritik, die Bevorzugung gewisser Kandidaten (bzw. optimaler Geldquellen) und die enorme Einschränkung der Song-Zuteilungen, die die Kandidaten angeblich selber aussuchen können, versucht, das Publikum massiv zu lenken, braucht hier nicht erwähnt zu werden, denn Deutschland hat diesmal gegen die Bohlen-Crew und für Mehrzad Marashi entschieden! Allen Widerständen, Beleidigungen und Kampfansagen von Menowin („Ich lass mir den Sieg nicht mehr nehmen!“) und seinen Fans zum Trotz.

Die Entscheidung

Jeder kennt den Moment der Entscheidung, den Marco Schreyl in alter Manier wie einen Kaugummi so sehr in die Länge gezogen hat, dass er uns Herzinfarkte in Kurzintervallen bescherte. Der Abend verlief für Mehrzad so schlecht, dass viele von uns – wie er selbst – den Sieg und seine Zukunftsträume den Bach runtergehen sahen. Nicht nur, dass die manchmal katastrophalen Texthänger und schiefen Töne seines Kontrahänten weg-gelobt wurden (und das in den Olymp der Götter und Titanen), nein: Mehrzads In-Ear Kopfhörer gaben zufällig (?) den Geist auf. Als er den wichtigsten Song des Abends („Don’t believe“) so präsentieren wollte, als würde er um sein Leben singen, hörte er nur Zuschauerlärm. Weder seine eigene Stimme noch die Musik, auf die er singen musste, war für ihn hörbar. Also improvisierte er. Er schloss die Augen, konzentrierte sich, sprach vielleicht noch ein Gebet und ging durch die lodernde Hölle. Und doch – oder gerade deshalb – kam es für ihn anders als erwartet. Bei der Verkündung des Siegers hob Menowin noch kurz sein siegessicheres Fäustchen an und ließ es abrupt wieder fallen. Mehrzads ungläubiges und um sich blickendes Gesicht zeigte ganz Deutschland, dass er nach irgendwelchen Indizien suchte, die ihm bestätigten, dass der Name, den er gerade gehört hatte, tatsächlich sein eigener war. Und seine ihn überschwemmende Familie und Freunde gaben ihm genau die Bestätigung, die er suchte. Er kam, sang und siegte. Weiterlesen… »

31.01.2008, 18:52
Die Weisen

Click: Aziza Mustafa Zadeh – Ayrilik

Manche haben das Reden aufgegeben und sich dem Schweigen gewidmet. Traurig lächelnd nicken sie Dir als Antwort zu und lassen Dir Deine enthusiastischen Illusionen über das Leben, ihren Sinn und das Glück. Ihren müden Blick auf Dir ruhend, sehen sie jede Faser Deiner Seele den Tod verleugnen und jede Faser Deines Körpers vom Tod verfolgt. “Es gibt keinen Ausweg – auch nicht für gute Menschen”, sagen sie Dir schweigend. In den Gitterstäben ihrer Gedanken sitzend denken sie sich weiter “Und es gibt auch kein Gut und kein Böse.”, während Du vor Leben und Idealen weiter sprudelst.

“Eines Tages”, sagen Dir ihre von allem ‘Gehabten’ befreiten Augen, “werden Deine Kampfeslust und Dein Streben nach Gutem erlischen, weil die, für die Du kämpfst, Dich mit Füßen treten und die, gegen die Du kämpfst, Dir Honig in Deinen leeren Napf gießen.” Doch Du hüpfst weiter vor Freude über all Deine sinnlosen Zukunftspläne, die jede kleine, machtbesessene Entscheidung eines Monsters an den Hebeln der Machtgeflechte mit einem Knopfdruck zerstören kann. Sinnlos redest Du weiter und merkst nicht, was Dir die Weisen sagen wollen. “Eines Tages”, sagen sie Dir mit dem Blick in die Ferne, “wirst Du froh sein, dass Du nichts mehr hast. Denn nur dann hast Du nichts mehr zu verlieren. Hänge nicht zu sehr am Leben, denn das Leben hängt auch nicht an Dir…”

Doch Du willst nichts hören von all den Weisen. Die Erkenntnis dahin musst Du durch den bitteren Weg des Scheiterns jeden Tag auf’s Neue selbst bereisen. Der Weise schließt lächelnd die Augen – das sinnlose Warten hat für ihn ein Ende. So sinnlos liegend, blass und toter als ein Stein, beginnen Deine ersten Fragen, Deine ersten Zweifel und Wutgedanken. Dein Weg des Scheiterns beginnt – und dumpf ahnend erkennst Du nun, dass Dein Ende wie das Ende dieses Weisen sein wird…

25.01.2008, 19:52
~ Dein Wahn und Ich ~

(Click: Marcel Khalife – Popular Cafe)

…und wie wir Hand in Hand
durch die Wüste ritten
und unsere Lebensträume
als Proviant sparsam in Rationen
schnitten

Und Deine dunklen Augen
wie schwarze Pfeile gen Oase schossen
Während wir unsere Herzen in
der nächtlichen Rast
mit unseren kühlenden Küssen
begossen

Wie meine weißes Gewand
Dich vor der Sonne schützte
und Deine Hand mich durch
die harten Felsen
durch die Kargheit unserer
Gegenwart stützte

Wie der heiße Wüstensand
mir die Brandwunden in die
Füße sengte
So sengte Dein Blick
mir das Herz
in abertausende
Dich immer mehr liebende
Stücke

Und wie in den alten Geschichten
der Liebenden
fühlte ich,
wie sich mein Verstand
in Deiner Nähe
immer mehr in die Ferne rückte

Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne

Unsere Oase nanntest Du
voller Hingabe ‘Heimat’
Auch, wenn Du nicht wusstest,
wo sie war
und wie sie hieß
doch unsere Träume,
sagtest Du,
verliehen ihr
ein deutliches Gesicht
so deutlich wie das Meine
in Deinem Seelenlicht

Unser Zukunft nanntest Du ‘Zu Hause’
Auch, wenn Du nicht wusstest,
wer dort weilte
und dort in der Nacht zu seinen
Hoffnungen weinte,
doch unsere Sehnsucht,
sagtest Du,
flüsterten unserem Zu Hause
als Vorbote unserer Ankunft
ein Liebesgedicht
so lieblich wie einst
Deines an mich

Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne

Und so wie aller Jasminblüten
tanzender Düfte
durch das Paradies und seine Tiefen eilten
So eilte ich herz-zer-rasend auch durch Dich

Und genauso,
wie Majnoon seinem Wahne folgte
so folgte ich auch Deinem Wahne

Und genauso,
wie Leyli Majnoons Tode folgte
So folgte ich auch Deinem

…und das Gesicht,
das Du einst unsere
Heimat nanntest,
streichelte uns
in seinem Licht

So wie in Deinem Wahne
aus einem großen Garten,
lachenden Gästen,
unserer Kinder-
und Kindeskinder-Lachen -
und Dich und Mich…

Ich habe soviel Musik, dass ich das Meiste im Grunde noch gar nicht gehört habe. Das hier habe ich vorhin entdeckt. Ich glaube, diese Lady hat mir den Text geklaut – oder mindestens meine Gedanken – und einfach ein Lied drauf komponiert… Unglaublich. Und wenn Du heute nach Hause kommst, hören wir das zusammen, was sie ihrem Mann gesungen hat, was eigentlich von mir für Dich gedacht war. Einwenig chaotisch, ich weiß, Schatz. Aber das kennst Du ja von mir.


Click: ~ Save Me From Myself ~

It’s not so easy loving me
It gets so complicated
All the things you’ve gotta be
Everything’s changin
But you’re the truth
I’m amazed by all your patience
Everything I put you through

When I’m about to fall
Somehow you’re always waitin
With your open arms to catch me
You’re gonna save me from myself
From myself, yes
You’re gonna save me from myself

My love is tainted by your touch
Cuz some guys have shown me aces
But you’ve got that royal flush
I know it’s crazy everyday
Well tomorrow may be shaky
But you never turn away

Don’t ask me why I’m cryin
Cuz when I start to crumble
You know how to keep me smilin
You always save me from myself
From myself, myself
You’re gonna save me from myself

I know it’s hard, it’s hard
But you’ve broken all my walls
You’ve been my strength, so strong

And don’t ask me why I love you
It’s obvious your tenderness
Is what I need to make me
A better woman to myself
To myself, myself
You’re gonna save me from myself

:rose: