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06.07.2011, 20:40
11f / 50f [Werkzeug]

Eigentlich wollte ich ja klassisches Werkzeug nehmen. Aber ehrlichgesagt habe ich weniger einen Bezug dazu, als zu diesem Werkzeug. Ich meine, wenigstens nutze ich das hier tatsächlich.

22.01.2011, 00:49
Zweidimensionale Einsamkeit

Der Boden ist steinig. Wie immer. Glatt gebügeltes, glatt geprügeltes Grau unter meinen Füßen erfüllt seinen Sinn. Wie immer. Ein weißer, breiter Streifen durchzieht den ganzen Raum und sagt mir, dass ich diese Grenze nicht übertreten darf, sonst würde mich die S-Bahn erfassen. Ich gehorche ihm, wie immer.

An einem ganz normalen, kalten und nieselregenden Tag fliehe ich in den Schutz der U-Bahnstation. Dort bleibt mein Blick an einem Mann haften, der auf einer Bank sitzt. Drei Plätze neben ihm sind frei. Die Station ist prappevoll. Und obwohl sich die Menschen platz- und ruhesuchend trotz ihrer Wildfremdheit aneinander pressen, bleibt er allein. Ich gehe hin und her, schaue auf die digitale Bahntafel und horche der vertrauten Stimme und ihr mechanisches Echo, die mir sagt, welche Bahn gleich kommt. Meine jedenfalls nicht.

Der Mann hat seinen Kopf in die Brust geneigt. Seine Hände sind trocken und rissig. Seine Klamotten sind alt, aber nicht alt genug, um davon auszugehen, dass er kein Zuhause hat. Er ist müde und abwesend. Aber nicht benebelt genug, um davon auszugehen, dass er Drogen genommen hat. Langsam hebt er seinen Blick, so als habe er einen Störenfried – ja mich – erwischt. Er peilt meinen Blick an, und da ich einen schwachen Tag hatte, schaue ich runter und greife hilfesuchend nach meiner Rettung: meinem Handy. Tipp, tipp, tipp. “Na, was machst Du so? Wie geht es Dir? Bist Du mit Deiner neuen Frisur zufrieden?” Smalltalk zugunsten eines “Schnell-Weg”-Walks.

Ich sehe, wie er den Kopf schüttelt und mich direkt dabei ansieht. Jetzt werde ich wütend, ich fühle mich betroffen, entblößt, zu Unrecht stigmatisiert, dabei weiß ich noch nicht einmal, was dieser jetzt doch obdachlos aussehnde, jetzt doch drogenabhängig wirkende Mann da von mir denkt. Ich suche entschlossen seinen Blick. Er soll wissen, dass auch ich ihn erwischt habe. Dabei verstaue ich mein Handy in meine Jackentasche, damit er auch weiß, dass ich keine Angst habe. Er beißt an. Er stiert in meinen Kopf hinein, so dass ich einen Druck darin verspüre. Ich merke, dass ich schwach werde, entweder mich zurückziehen oder die Flucht nach vorn’ ergreifen muss. Also tu’ ich Zweiteres, wie so oft. Ich kapituliere, indem ich ihn schroff frage, warum er mich denn so ansehe. Weiterlesen… »

26.12.2008, 01:16
Jesus!

Ich dachte zuerst, das klingt ab, wenn ich etwas älter und reifer werde, aber es wird immer schlimmer mit mir und dem Kitsch.

Kitsch