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Atomkrise? “Geisel”-Drama (GEISEL Drama?), “Nicht ohne meine Tochter” und “300″? Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, ist flach, plump, ohne jegliche tiefere Moral und heißt schlicht und einfach “300″.

Snyders Kino-”Knüller” “300″ hat die persische Seele zutiefst verletzt. Wo bei jeder anderen Volksgruppe oder Nation ein Aufschrei nachvollziehbar gewesen wäre bei solch’ grotesken Darstellungen einer alten Hochkultur; und selbst andere Nationen in die Empörung mit eingestimmt hätten, stößt der Aufschrei der Iraner auf Unverständnis – selbst in den eigenen Reihen.

Natürlich liegt man richtig in der Annahme, wenn man von verletztem Stolz, einem schwachen Selbstbewusstsein und von Identitätsproblemen der Iraner spricht – doch abgesehen davon, dass es völlig normal ist in der psychosozialen Entwicklung eines Menschen, dass sein Selbstbild unter anderem sehr stark von der Reflektion seiner sozialen Umgebung geprägt wird, wird durch diese Argumentation ein anderer Punkt in den Hintergrund gerückt, der das hauptsächliche Problem und die hauptsächliche Angst der Iraner darstellt: Die momentane weltpolitische Situation Irans – vorallem auch im Hinblick seiner kulturellen und politischen Tendenzen, deren schlechte Stellung einem Iraner die dunkle Ahnung vermittelt, als Unmenschen gesehen zu werden, die man beseitigen darf, nein sogar beseitigen muss.

Jeder Exiliraner weiß um die Vorurteile, gegen die er Zeit seines Lebens zu kämpfen hat. Angefangen mit dem “brutalen” Schah, der vom guten Westen in Zusammenarbeit mit jungen, idealistischen Iranern als Diktator enttarnt und abgesetzt wurde, bishin zu Khomeini, Betty Mahmoody und ihr brutaler Ehemann, dunklen, verschleierten Frauen, Ahmadinedschads Aussagen über das Existenzrecht Israels – die seltsamerweise erst heute solche Empörung hervorrufen, obwohl sie zu Lebzeiten Khomeini’s schon das Sprachrohr verließen -, einer eigentlich völlig legitimen in Gewahrsamnahme von 15 britischen Soldaten, die man uns in den Medien aber als “Geisel-Drama” verkaufen will (weil jedes Land seine Grenzen schützen darf, aber Iraner eben nicht), während im Irak ein Gebäude gestürmt wird und einfach 10 Iraner festgenommen werden, von denen man immernoch nicht genau weiß, was sie eigentlich angestellt haben – bishin zu den bösen, missgestalteten Monster-Persern mit ihrem durch und durch gepiercten, größenwahnsinnigen, blutrünstigen König Xerxes im Film „300“.

Nun kommt genau zu diesen Zeiten, in denen einerseits die Sturheit und der Konfrontationskurs der IRI und andererseits die Drohgebärden Bushs die Sorge um die “Unversehrtheit” Irans einen Iraner von morgens bis abends beschäftigt, ein “harmloser” Kino-Knüller, der den alten Persern eine hässliche Fratze verleiht, gegen die man mit bloßen Argumenten nicht mehr ankommt. Bilder prägen sich nun einmal mehr ein als der gescheiterte Versuch eines Iraners, in der seit solanger Zeit schon miserablen Situation seiner Heimat doch noch wenigstens das Bild der alten, zivilisierten Perser aufrechtzuerhalten. Es geht um den Kampf darum, irgendwann noch soviel Wert zu sein, dass es zu internationalen Protesten kommt, wenn Iran militärisch angegriffen wird. Es geht darum, gerade als eine Nation, die im Laufe ihrer Geschichte schon so oft durch Zensur, politische Propaganda und Gehirnwäsche mit der Hilfe von inländischen sowie ausländischen Medien ruhiggestellt oder aufgestachelt worden ist, die Kraft von Medien nicht zu verharmlosen. Wir haben das Recht, uns aufzuregen, wenn eine “witzige” Comic-Verfilmung über Spartaner und Iraner – zu diesen Zeiten der weltpolitischen Krisenherde in Nah-Ost – in der mit der Rhetorik eines Bushs jongliert wird und die Welt der Perser “dahinten” als die Welt der Sklavenhalter und Abergläubigen beschrieben wird, die es gilt, für Sparta und die Zukunft der Welt zu bekriegen, soviel Anklang findet.

Man kann es drehen und wenden wie man will, diesen Film als Fantasy Comic abtun, ihre verschwörungstheorien-belasteten Absichten als null und nichtig hinstellen, die Annahme, es handele sich bei diesem Film um anti-iranische Darstellungen auf eine emotionale Reaktion reduzieren – aber man kommt nicht umhin, sich zu fragen, warum eine Fantasy-Comic Story reale, volksbezeichnenden Begriffe wie “Perser” oder “Spartaner” gebraucht und sich nicht einfach irgendwelcher “Herr der Ringe” Begriffe.

Was ich damit sagen will: Nicht die Iraner sind es hier, die einen Film politisieren, sondern die Iraner sind es, die einen schon längst politisierten Film mit ihrem Protest ein Gegengewicht bieten. Und das ist das gute Recht der Iraner.

Zu guter Letzt möchte ich einen kleinen emotionalen Einblick in die iranische Seele geben, indem ich meine Antwort auf einen deutschen Mitmenschen aus einer Diskussion um den Film “300″ zitiere, der den “Aufstand der Iraner” um den Film nicht nachvollziehen konnte. Ich hoffe, ich kann auf diesem Wege sovielen Menschen wie möglich erklären, warum dieser Film weh tut und warum er mehr ist als nur eine wirklich schlecht gelungene Darstellung.

Auszug aus einer Diskussion:

“Ich bewundere Deinen kühlen Kopf und Deine Distanz, die Du für Dich erleben kannst, weil Dein Land und Deine Kultur die Geschichte ‘bergauf’ geht, während mein altes, schönes Land seit vielen Jahren bergab fällt. Ich beneide Dich darum, dass Du dazu erzogen wurdest, Deutschland nicht zu sehr zu lieben, da es einst Schande über Euch bereitet hat – diese, jene Liebe zur Heimat. Ich freue mich ernsthaft für Dich, dass Du heute mit Gelassenheit dabei zuschauen kannst, wie aus einer noch sehr jungen, grässlichen Vergangenheit, ein sicheres, gut organisiertes und verhältnismäßig betrachtet reiches und sicheres Land entstanden ist. Zugegeben eines, das genauso einen Scheiß Dreck gibt auf Menschenrechte außerhalb der eigenen Hemisphäre – aber immerhin sind hier die Gesetze im Land selbst menschenfreundlich (auch gegen Kinderschänder), wenn auch etwas härter zu Finanzamt-Betrügern – aber lassen wir das. Wie dem auch sei, ich freue mich für Dich, mein Freund.

Aber weißt Du was, mein Freund? Ein Iraner – die erste Hälfte seines Lebens von seinen eigenen Herrschern gedemütigt, die zweite Hälfte gedemütigt durch die Ignoranz der ganzen Welt gegenüber allen Schönheiten, die es einst mal vollbracht hat und auf eine dunkle Epoche und islamischen Fanatismus reduziert, seiner Freiheit stets durch gierige Pranken von “da draußen”, den zivilisierteren, hellhäutigeren, saubereren Menschen beraubt, einhergehend mit einer Droge besudelt, die sich religiöser Fanatismus und Geld(gier) nennt, leidend an einer schizophrenen Beziehung zu sich selbst, seinem Volk, seiner Sexualität, seinem Geschlecht, seiner Geschichte – kann diese erhabene Distanz nicht aufbringen. Kann sie nicht – schon gar nicht im Exil, mein Freund.

Schau’, mein Freund – lass’ es mich Dir bildlich erklären: Der Sturz eines Königs vom Thron lässt ihn Zeit seines Lebens wahnsinnig werden und auf seinen alten Platz starren – oder er wird gegen jeden wild und zähnefletschend kämpfen, der ihm die Erinnerung und damit jeden vorhandenen Beweis einer glorreichen Zeit seines Lebens rauben will. Mein Freund, ich beneide Dich um Deine Ruhe, um Deine weniger pathetischen und verzweifelten Gefühle; aber bitte sei so fair, mein Freund, und verlange sie nicht von ein paar gebeutelten Iranern, die jetzt nicht nur damit beschäftigt sind, das Wort Iran und das Volk Iraner zu verteidigen und in großen Ausführungen und wilder Gestik klarzumachen, dass man selbst kein Diktator ist, kein Menschenrecht-Übertreter, kein Aggressor, kein Barbar ist – sondern viel mehr die alten Werte der alten Perser in sich trägt und alles Gute und Schöne in seinen Erinnerung wach hält, um es eines Tages wieder erschaffen zu können – cool und relaxed zu bleiben, wenn wir heute jetzt sogar beim Wort ‘Perser’ erneut Energie verschwenden müssen, um mit beschränkten Worten und noch beschränkterer Zeit erklären zu können, was die Perser waren und was sie nicht waren.

Verzeih’, mein Freund. Aber erst Iran, Iraner, dann Mullahs, dann noch schnell die Perser – und irgendwann, wenn man Glück hat, kommt man zu den großen arabisch-islamischen Wissenschaftlern, die man eben durch historische Belege, die man nun mal nicht immer intus hat, wieder iranisieren muss in einem netten, kleinen Plauschgespräch, in dem man die normale Frage gestellt bekommt: ‘Woher kommst Du?’. Was ich sagen will, mein Freund: Es sind keine arabischen Zahlen, es sind Iranische. Und da das niemand weiß, mein Freund, muss ein Iraner brüllen.

Verzeih’ uns das, mein Freund. Wir beneiden Dich um Deine Coolness – aber verlange sie nicht von uns ab, denn das schaffen wir nicht. Heute schon gar nicht. Die Menschen wollen die Barbaren (mein Volk) angreifen – und wir können nichts dagegen tun, weil die Welt definiert hat, dass wir zu sein haben, was wir nicht sind: Eben Barbaren.”

Von Sherry

©Iran-Now Network

Jeder Exil-Iraner, jede Exil-Iranerin hat eine persönliche, traurige Geschichte zu hüten. Gründe, warum er mit seiner Familie nicht in Teheran, Shiraz, Esfahan, Tabriz etc. lebt, sondern in der Fremde. Jeder hat ein Schlüsselerlebnis zu schildern, das ihn dazu bewog, mit nichts in den Händen, außer den eigenen Kindern und den Abschiedstränen der Verwandten im Gepäck, ins Ausland zu fliehen und in einem schwindelerregenden Karussel aus Heimweh, fremder Kultur und frustrierender Sprachbarrieren eine neue Existenz aufzubauen.

Begegnet man heute als Iraner anderen Iranern, wird man einen warmen Small-Talk beginnen, der äußerlich zwar herzlich, aber eigentlich vorsichtig ist. Man bedient sich so vieler Tarofs (Floskeln), dass man vollkommen von sich ablenkt. Herzlichkeit, ohne etwas preis zu geben; Kontakt, ohne wirklich darauf zu hoffen, dass er sich vertieft – das sind iranische Spezialitäten.

Entgegengesetzt vieler Meinungen, denke ich nicht, dass es sich hierbei um “freundliche” Abneigung oder Heuchelei handelt, sondern um eine schizophrene Haltung der eigenen Identität, der eigenen Geschichte und somit der eigenen Heimat und seinen Landsleuten gegenüber. Kein Iraner – schon gar nicht der älteren Generation – kann unpolitisch denken. Jeder von ihnen hat eine feste Haltung gegenüber den aktuellen sowie vergangenen Geschehnissen. Und welche Repressalien auf gewisse, politische Gedanken stehen – und das auslandsübergreifend – wissen wir aus schmerzlicher Erfahrung. Also schweigt man sich über seine persönliche Geschichte aus, ohne jedoch gänzlich aufeinander verzichten zu können – denn es ist viel mehr Sehnsucht zueinander vorhanden, als man seinen eher negativ bewerteten Erfahrungen mit den eigenen Landsleuten zutrauen mag.

Doch haben wir im Iran nicht nur unser Glück verlassen, sondern auch unser Vertrauen in dieses Volk begraben – mit all den zu beklagenden Opfern. Im Moment des Abschiedsnehmens und einer Palette weiterer Tarofs wie “Kommen Sie vorbei, wir würden uns freuen”, ohne dabei die Telefonnummer oder die Adresse auszutauschen, bleibt man erleichtert – aber allem voran sehr einsam zurück.

Wer sind wir?

Diese Frage hat sich jeder Iraner schon oft gestellt in seinem Leben. Oft mitten in einer iranischen Party, in der fast alle blondiert sind, die Männer gezupfte Augenbrauen haben oder mit operierten Nasen posieren, wie als würde man versuchen, alle phänotypischen Merkmale unseres Volkes zu verschleiern. Oder an einem Abend bei Bekannten, an dem man wieder mehr über seine gesellschaftlich anerkannten Leistungen ausgefragt wird, als über sein seelisches Befinden – und ganz nebenbei erzählt bekommt, wieviele Statussymbole man schon gesammelt hat. – Wer sind wir eigentlich?

Bei der Frage eines Deutschen nach unserer Herkunft, versuchen wir unsere Haut noch irgendwie mit “Ich bin Perser, ich bin Perserin” zu retten – in der Hoffnung, man könne uns irgendwie noch mit der antiken Pracht Persiens in Verbindung bringen. Bloß nicht sagen, dass man Iraner ist. Bloß nicht mit dem alten, bärtigen Mann mit dem unfreundlichen Gesicht in Verbindung gebracht werden, der Millionen, junge Iraner im Golfkrieg in den Tod geschickt hat, um dann in Ruhe seine neue Idee eines Gottesstaates stabilisieren zu können.

Verdammt, wer sind wir? Wo finden wir unsere Identität wieder? In der alt-iranischen Antike? Bei Dariush und Kurosh (Darios und Kyros)? In der Zeit vor der Revolution und Behrouz Vossughi und Googoosh? Bei den toupierten Haaren, den Schlaghosen und Haydeh’s Stimme? In den Geschichten unserer Eltern und Großeltern, weil wir keine andere Wahl haben und jene Zeit nicht miterleben durften? Beim Islam und seinem arabischen Propheten, der Shia, den religiösen Machthabern? Wer genau sind wir?

Was können wir einem Deutschen über den Iran erzählen? Die neuesten Witze über Ahmadi Nejad? Die neuen skandalösen Äußerungen – und uns dabei aus Verzweiflung einem grotesken Lachanfall hingeben? Über die Angst vor einem bevorstehenden Krieg reden? Über unsere politischen Gefangenen? Über Frau Kazemi – und was sie in den letzten Minuten ihres Lebens wohl erlitten hat? Darüber, wieviele Verwandte wir schon verloren haben? Von den Narben der Peitschenhiebe auf dem Rücken unseres Cousins, weil er Musik CD’s verkauft hat? Was genau?

Was sollen wir sagen? Doch lieber, dass “Kurosh der Große” (Kyros) vor 2500 Jahren die ersten Menschenrechte der Welt formuliert und verankert hat? Dass Mazdak vor 1500 Jahren der erste Sozialist der Welt war? Dass Dariush (Darios) den Sueskanal fertiggestellt hat? Dass wir Kaiserinnen wie Iran-Dokht und Azarmidokht hatten, die Iran regierten? Dass wir die ersten Batterien (Parthische Tongefäße) erfunden haben – und das vor mindestens 2000 Jahren? Dass wir die erste monotheistische Religion/Philosophie der Welt hatten, die ganz ohne Gewalt überzeugte? Dass unsere Frauen Kriegsschiffe führten? Dass sie genauso hohe und heilige Posten, wie das Hüten des Feuers im Feuertempel, besetzten – so wie Männer? Dass wir Mutterschaftsurlaub, Sozialhilfe und obligatorische, medizinische Versorgung des Volkes gewährleisteten? Die erste Post?

Was sollen wir erzählen, liebe Leser und Leserinnen? Dass die Perser für Herodot damals wie “Barbaren” wirkten aus dem einfachen Grund, weil diese “Barbaren nicht einmal Sklaven hatten und das gemeine Volk genau die selben Rechte wie der König”? Von der Wissenschaft gar nicht zu sprechen. Medizin, Mathematik, Astronomie, Philosophie. Was und wo sollen wir anfangen, liebe Landsleute? Bei unseren Helden? Babak Khorramdin? Seinem Sohn Azar? Bei unseren Frauen? Bei dem ersten Vielvölkerstaat der Welt? Das erste Weltreich der Welt? Wo sollen wir anfangen? Und vorallem: WARUM sollten wir anfangen? Nur, damit uns schmerzlich bewusst wird, dass Iran nichts mehr mit diesen Errungenschaften für die Welt gemein hat? Damit wir daran erinnert werden, dass wir, wenn wir ehrlich sind, keinen Bezug mehr zu dieser Zeit haben – egal, wie sehr wie dahinstrampeln? Damit wir wieder daran erinnert werden, für was – und vorallem für WEN – das iranische Volk bei der Revolution 1979 auf die Straßen gegangen ist? Damit wir uns eingstehen, dass uns nichts übriggeblieben ist, das uns gehört? Und dass uns deshalb das Iranischsein fast unmöglich ist?

Wer sind wir? Ich, liebe Leser und Leserinnen, habe nichts mehr, womit ich mich identifizieren kann. Ich verstecke mich hinter vielen vor-revolutionären Filmen mit Behrouz Vossughi, Googoosh & co. Schlecht synchronisierte Nostalgie in schwarz/weiß Bildern aus einer Zeit, in der ich noch nicht einmal als Embryo existierte – und dennoch das letzte Stück Heimat, das mir bleibt. Im Hintergrund läuft “Vatan” (“Heimat”) von Dariush – und ich werde mir dessen bewusst, dass wir hier feststecken und nicht einmal eine Opposition haben, keine Alternativen, kein Standpunkt, den wir vertreten, keine wirkliche Zukunftsaussicht.

Ich sitze hier und werde mir dessen bewusst, dass selbst, wenn alles optimal liefe, kein Krieg stattfände, die lieben Mullahs ihre Turbane einpacken und für immer Urlaub in Dubai oder sonst wo machen würden und unser junges Volk einen erdpulsierenden Freudenschrei ausstoßen würde, sich vom dunklen Schleier auf der Seele befreien und dann noch die WM gewinnen würde – selbst dann, liebe Leser, selbst dann hätten wir noch soviel zu tun, dass wir Iran nicht mehr wirklich blühen sehen könnten. Aber wir könnten wenigstens dafür sorgen, dass unsere Kinder es dürfen.

Denken Sie immer daran, lieber Leser, wenn Sie einem Landsmann oder einer Landsfrau auf der Straße begegnen und er/sie plötzlich nicht mehr persisch spricht, sondern deutsch – wenn er/sie Ihrem Blick ausweicht und sich abwendet: Es ist keine Abneigung, es ist keine Verachtung – es ist nur Angst. Und denken Sie daran, dass Sie den ersten Schritt machen können, indem Sie sich selbst öffnen und auf ein “Haletun chetore” (“Wie geht es Ihnen”) nicht mit einem unehrlichen, gequälten Lächeln antworten, sondern mit Ihrer ganz persönlichen Geschichte. Und Sie werden sehen, dass Sie nach dem Verabschieden etwas gewonnen haben, von dem Sie dachten, dass Sie es auf ewig verloren haben: Ein Stück Heimat.

© INN Redaktion (Von Sherry)