Die Tage vergehen, die Sehsucht steigt – aber mit ihr – Gott sei Dank – auch die Gewissheit, dass am Ende alles gut wird. Denn alle Wege führen letztendlich zu… Und ich fange wieder an, dies mit jedem Atemzug zu glauben. Zu glauben und mehr.
Ich sitze hier mitten in meinen Vorlesungsunterlagen (bitte, wer kriegt das alles in seinen Kopf rein?) und überlege, wie ich die 4 WeightWatchers Punkte, die ich noch über habe, verwerte, obwohl ich keinen Hunger habe. Ein warmes Brötchen mit Honig wäre nicht schlecht, oder? Ich lasse den Ofen warm laufen.
Ach, wen interessiert das? Ich bin verliebt – verliebt in meinen Mann – und ich frage mich, ob es kitschig ist, wenn ich ihm das, da wir nun verheiratet sind, da wir nun schon so lange zusammen sind, überhaupt noch auf so pubertäre Weise zeigen sollte… Ach, was denke ich da überhaupt? Ich tu’s sowieso. Als ob ich je meinem Herzen irgendetwas dirigieren könnte. Es tut eh, was es will.
Ich schaue mir die Fotos an, die die anderen an dem Tag geschossen haben. Wie schön wir aussahen. Nicht, dass ich meinen würde, ich sei eine besonders schöne Braut gewesen – nein, es gibt weitaus pompösere und graziliere Frauen – doch wir waren so glücklich. So glücklich, dass ich, wenn ich mir die Bilder ansehe, fast denken könnte, dass die Menschen auf den Fotos dort in ihrer gedruckten Art der Existenz weiterfeiern. Und wir gehören dazu.
Mein Herz hüpft mal vor Glück und seufzt mal vor Traurigkeit. Die, die bei mir sind, wissen, wen ich vermisse… Wen so sehr vermisse.
Doch, da ich nun wieder weiß, dass alles am Ende gut wird und alle Wege dorthin führen – dorthin… finde ich Ruhe. Und Steve Wonder streichelt meine Seele dabei mit “Lately”.

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