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Posts Tagged ‘Seelenverwandtschaft’
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20.01.2012, 11:29
Geschützt: So wie wir sind.
27.12.2011, 16:10
Ich wippe, ich tanze, ich schlage, ich jage.
Okay, ich trau’ mich jetzt zu veröffentlichen, was heute morgen um fünf Uhr entstanden ist. Ohne das Lied zu hören, kann man’s nicht lesen. Der Rhythmus muss davon vorgegeben werden, sonst wirkt es nicht. ❊❊❊ ❊ Josh Vietti – Street Violin ❊ Ich wippe, ich tanze, ich wippe, ich tanze. Ich wippe deinen Beat, ich wippe deinen Beat, ich tanze die Weisheit deiner Generation gegen alle Wände hinein. Bringe Sauerstoff zum explodieren, die Luft, sie atmet meine Energie in sich hinein und lässt Epilepsien sedierend sein, weil kein Mensch hier weiß, was echte Krämpfe sind, packe ich das Kind (in uns) und schüttel es zum Beat. Ich wippe, ich tanze, ich wippe, ich tanze. Lass uns wippen, lass uns hippen, lass uns zum Beat der Violine die Welt verlieren und all die versengten Tage auf einem Schlag von unser’n Sternen klauen, ihnen ihr Licht nehmen und unsere Seelen an diesem Verbrechen verlieren. Hörst du die Beats, hörst du sie schlagen, ich will dabei sein, wenn sie aus mir mein Ich zerreißen. Hörst du die Beats, wie sie mich jagen, damit ich frei sein kann, frei von all den Gedanken, all den Morgenfragen, all dem Nachtschweißbaden, all den Kriegsverbrechen, all den Lebenssäften und den Liebesklagen? Ich wippe, ich tanze, ich wippe, ich tanze. Lass meinen Kopf seinen Schädel zerbersten, lass den Vogel seinen Käfig sprengen, lass mein Herz im gleichen Takt wie den Puls von Mutter Erde Blut und Sauerstoff pumpen. Lass mich frei, ich wippe, ich tanze, ich wippe, ich tanze, weil alles stirbt, außer die Bewegung, die’s mein. Hörst du den Beat, er frisst die Gitter unserer Gedanken, den schwarzen Dunst unserer vergrabenen Zukunft, er peitscht uns nach draußen, damit wir tun, wozu wir geboren sind: Nämlich Leben und Tanzen. Wippen und Tanzen. Fühlen und Tanzen. Ja, ja, ja, ja! Gib’, was du nicht hast und ich werd’ dich entführen, von dir selbst nur weg, nur weg, dich führen, von dir selbst nur weg. Zu mir, zu mir, einem mir, das nicht mehr sich selbst gehört. Und was bindet, wenn niemand mehr gebunden ist? Die reinste Form der Liebe, nur die reinste. Denn sie ist ungebunden und ungebunden ist unbegrenzt und unbegrenzt ist Alles und Alles, das sind wir. Die reinste, so edel wie der Stoff, den du dir durch die Adern jagst, wenn du mit Beats jonglierst und am Ende sie es sind, die dich jonglieren. So rein wie das Weiß, das deinem Leben bis zum Abgrund folgt, so wahr wie ein Kreis, der nach sich selbst sucht und die Unendlichkeit entdeckt, so verloren wie Hachiko, wenn es auf sein Herrchen am Bahnhof wartet bis zu seinem Tod. Ja, ich wippe, ich tanze, ich wippe, ich tanze. Vergiss dein Herz, lass es dort vor sich hin schlagen, sich selbst verjagen, nach Fragen fragen und die Antworten versagen. Was wir brauchen, hat nur der Beat, keine Herzen, keine Regeln, kein Gewissen und erst recht nicht irgendein göttliches Wesen. 29.11.2011, 13:00
Geschützt: Dafür danke ich dir.
13.11.2011, 01:30
Aiolos und seine Freunde
“Und wenn wir einfach abhauen? Wir müssen nicht zurückschauen. Zurückschauen ist wie die leckerste Süßspeise im Gaumen schmeckend und seufzend zu kauen und dann auszuspucken.” Das war der Schlussteil ihres Appels an ihre Freunde. Sie will nicht mehr zurück in ihr altes Leben und hofft, in den Gesichtern ihrer Gefährten, die durch ein seltsames Schicksal zusammen gefunden haben, den selben, militanten Fluchtreflex zu entdecken, den sie nicht mehr zurück halten kann – und der sie nicht mehr los lässt. “Aber was ist mit …”, wirft Aiolos ein und stockt, weil ihm dann doch nichts einfällt. Gäbe es in dieser Gruppe einen Anführer, wäre er es gewesen. Seine wachen Augen sahen alles. “Das geht nicht, Seda. Wir sind gebunden. Alle.” Sie schüttelt den Kopf. Woran genau waren sie gebunden?, denkt sie und vergisst diesmal das Sprechen nicht. “Woran? Woran Aiolos!”, setzt sie ihn unter Druck und schaut in die Runde rein. “Im Ernst. Denkt alle nach. Bitte. Denkt jetzt nach. Heute ist die Nacht der Nächte. Wir können alle unsere sinnlosen Leben beenden und neu beginnen. Gemeinsam. Ohne Gruppensuizid – den wir eh niemals umsetzen würden, wenn Plan A nicht klappt. Doch wie soll Plan A klappen, wenn wir ihn meiden? Unsere Geschichte kann nur ein Happy End haben, wenn wir uns aus diesem Kriegsgebiet unseres Lebens hinaushauen. Zusammen. Wir. Gemeinsam. Wir“, wiederholt sie verzweifelt, denn sie findet kein innigeres Wort, das ihre Verbundenheit beschreiben kann. “Ist das etwa unsere Freundschaft? Soll alles hier enden? Soll das hier alles sein? Wir wollten die Welt verändern. Wir wollten Grenzen durchbrechen, wir wollten der Liebe einen neuen Namen geben, wir wollten tausend Schleier im Flug gen Himmel zerreißen, und wir wollten uns in altes Pergament werfen und in den Gedichten der Alten unsere Träume wieder finden und mit ihnen tanzen. Wir wollten unsere Seelen wieder finden und müde in ihre Arme fallen. Hast du nicht gesagt, Aiolos, hast du nicht gesagt, solange die Träume eines Menschen schöner sind als sein Leben, hat er etwas falsch gemacht? Lasst uns hier weg. Lasst unser Leben schöner sein als unsere Träume, weil wir uns unsere Träume endlich nehmen. Wir nehmen sie uns, so wie sich das Leben nimmt, was es will, so nehmen wir uns, was uns zusteht. Wir wollten soviel tun. Wir wollten alles. Und nicht weniger. Wir wollten die Welt verändern, wir wollten dieses Haus am Meer …” Der Drang ihrer Lunge, Luft zu schnappen, unterbricht sie. Weiterlesen… » 25.10.2011, 11:51
Vollendung
In der Stille Vergiss Lass! 29.09.2011, 17:27
Von Blumen und Herzen
Ich habe meine Klausur überlebt, das war’s dann auch schon. Wir wurden über zwei Stunden mit Fragen konfrontiert, die weit über den Vorlesungsstoff hinaus gingen. Man könnte fast meinen, der Professor hätte es in seiner Leidenschaft für seine Teildisziplin der klinischen Psychologie und Psychopathologie darauf angesetzt, durch ein geheimes Selektionsverfahren herauszufinden, welches seiner Küken eigentlich die echte Leidenschaft dazu besaß, aus völlig reduzierten Informationen schon in der Profiliga diagnostische Schlussfolgerungen zu ziehen. Na, dann sei’s drum. Ich habe alle Fragen beantwortet, nur wie ich sie beantwortet habe, weiß ich nicht. Ich kann ja noch nicht einmal in meinen Unterlagen nachschauen, denn einiges war gar nicht Vorlesungsstoff. (So, ich setze mal kurz meine Antiverzweiflungs-Lächeltherapie ein, die wirkt immer. Danke Ally McBeal!) Nach der Klausur bin ich – fertig mit den Nerven, aber dennoch nicht davon abzubringen – in das Einkaufszentrum meiner Stadt gefahren und bin verwahrlost in diversen Mayersche Buchläden hängen geblieben. Ich fragte irgendwann – einfachso – nach Psychologie Lehrbüchern (warum, weiß ich echt nicht). Der nette Mann an der Information verwies mich in die Esoterik-Ecke. Ich dachte, ich spinne. In den meisten Buchhandlungen (z.B. in der großen Mayersche nur paar Meter weiter) sind die Psychologiebücher neben den Medizinbüchern oder Biologiebüchern. Auch der letzte Heini hat inzwischen verstanden, dass die Psychologie sich von den Geisteswissenschaften quasi abgewandt hat und in die empirischen/ja, fast naturwissenschaftlichen Wissenschaften (komisches Wort: naturwissenschaftlichen Wissenschaften!) hineingerutscht ist, wenn auch noch nicht ganz – so störungsfrei können wir leider noch keine Prognosen erstellen. Trotzdem, in die Esoterik-Ecke gehören wir nun wirklich nicht. Ich habe den Mann freundlich darauf aufmerksam gemacht, woraufhin er nur unwissend die Schultern hoch- und ab gehoben und gesenkt hat. Ich habe leider das Augenrollen nicht abgewartet, sondern ihn direkt daran teilhaben lassen, woraufhin er dann meinte: “Tut mir Leid, ich kann da nichts für.” “Das habe ich auch nicht behauptet, das weiß ich doch. Aber vielleicht wäre es ganz gut, wenn Sie dem Verantwortlichen einfach Bescheid geben. Ich möchte nicht versnobt klingen, aber ich finde, eine so berühmte Buchhandlung darf sich nicht diskreditieren und Psychologie neben Esoterik und Lebensratgebern hinstellen. Und Räucherstäbchen.” (Hatte ich gar nicht erwähnt, da waren Räucherstäbchen) “Das wirft kein gutes Licht auf Sie. Geschweige denn auf das Fach Psychologie.” Ich musste selber schmunzeln. Wie sehr ich doch schon Psychologin war, dass ich mich so in meiner Ehre gekränkt fühlte. Der Typ hat trotzdem nichts kapiert, und ich dachte nur: Okay, als Bücherkenner muss man wohl kein Wissenskenner sein. Scheiß drauf. Weiterlesen… »
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