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Posts Tagged ‘Unileben’
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29.03.2010, 20:35
Geschützt: Entscheidungsdiffusion
19.05.2009, 23:24
Belangloses
Es würde viel zu berichten geben, wenn ich zum berichten käme. Deshalb berichte ich jetzt einfach, dass zwar theoretisch viel News-Stoff vorhanden ist (zumal ich ja seit Ewigkeiten nicht mehr wirklich schreibe, zumindest nicht hier), aber ich zu nichts mehr komme. Deshalb erzähle ich mal Belangloses. Peyman hat mir jetzt ein winziges, hübsches, schneeweißes Diktiergerätchen gekauft, weil ich inzwischen in den Vorlesungen sitze und Hausaufgaben erledige oder für anstehende Prüfungen lerne, anstatt zuzuhören, aber wegen der Anwesenheitspflicht eben anwesend sein muss. Um die Vorlesung dann doch irgendwann zwischen der Pforte der Wachheit hin zum süßen Schlaf hören zu können, habe ich jetzt Madame Noghli mit Stöpsel und MP3 Player Specials an meiner Seite. Als er damit ankam, die Hübsche aus ihrer Packung holte, strahlte ich über beide Ohren aber zeigte ihm auch gleichzeitig den Vogel mit der bedeutenden Frage: “Wie bitte soll das winzige, hübsche Ding in einem stinkenden, lauten Vorlesungssaal die dünne, piepsige Stimme der Dozentin aufnehmen?” “Das geht schon. Wart’s ab. Versuch’s gleich morgen.” Gesagt, getan. Es klappt. Ich glaube, ich habe sogar den schleichenden Furz eines Kommilitonen drauf. Man hört regelrecht, wie er sich Mühe gegeben hat, den lauten Furz in einer komplexen Muskelentspannungsakrobatik (immer nur ein bisschen, aber bloß nicht zuviel loslassen) sanft rausgleiten zu lassen und nicht mit vollster Durchschlagkraft wie es sonst Männer gerne tun. Soll ich weiter erzählen? Nicht? Na gut. Weiterlesen… » 08.05.2009, 10:27
Persönliche Mythen
In einer kleinen Nische unseres zahlen-, formel- und experimentenlastigen Psychologiestudiums mit all den steril-wissenschaftlichen Lehrbuchabbildungen von sämtlichen Gehirnen, Augen, Ohren, Synapsen und Neuronenfeuern, gibt es ein winziges, kleines Seminar mit einem wohl großen Professor, der uns wieder zu den eigentlichen Anfängen der Psychologie bringt – nämlich der Geburt aus der Philosophie – und uns das gestresste Studium versüßt. Ich durfte dieses Seminar noch nicht besuchen, doch gehört habe ich viel davon. Und so, wie es das Glück wollte, suchte ein Kommilitone eine dringende Tauschmöglichkeit mit meinem “Gedächtnispsychologie”-Seminar – und voilá: Ich stand da, bereit, glücklich und interessiert an diesem Geschäft und schlug sofort zu. Gleich werde ich das erste Mal hingehen. Mein Referatsthema weiß ich jetzt schon: “Persönliche Mythen”. “Jeder Mensch ist ein Geschichtenerzähler.” Wir erzählen unsere Geschichte, um Erlebtes in Worte zu fassen – niederschmetternde sowie großartige Geschehnisse in eine Art selbstgebastelte Geschichte zu fügen, damit diese komplexe Welt und die vielleicht sinnlosen Fügungen des Lebens einen schicksalhaften Sinn ergeben. Der Mensch will sich verstehen, seinen Werdegang in Relation zu den Gesetzen der Welt als großartig oder auch sinnvoll betrachten. Der Mensch will sich nicht als statistisches Zufallsereignis betrachten, der “dieses und jenes” erlebt hat, weil die Statistik nun einmal sagt, dass irgendwer es erleben musste und er eben zufällig (d.h. ohne Sinn und Zweck) an der Reihe war. Wir wollen uns festigen, unseren Platz im Weltgeschehen als unersätzlich und sinnerfüllt betrachten. Uns selbst eine wichtige Aufgabe zuschreiben, uns eingestehen, dass wir individuell, besonders und bedeutungsvoll sind in unserem Dasein. Weiterlesen… » 23.01.2009, 13:23
Selbstgespräche
Mir gehen im Moment ziemlich viele Gedanken durch den Kopf über alle möglichen Themen. Aber die Zeit erlaubt mir nicht, sie zu ordnen und nieder zu schreiben, wir sind in der Prüfungsphase – und mein kompletter “Lernaufwand” war wieder einmal Selbstbetrug. Ich sage alle Treffen ab, verbuddel mich zu Hause ein, mache einen “Lernplan” (einen sehr strikten) und markiere entschlossen den Soll, den ich schaffen will, aber ich habe danach so sehr das Gefühl, soviel allein dadurch schon gemacht zu haben, dass ich wieder zwei Tage nur “legitimiert” rumwusele und vom Lernen rede und intensiv um meine Prüfungen besorgt bin, aber aktiv werde ich immer erst ein bis zwei Tage vorher. Ein bis zwei Tage vorher reichen aber bei diesem Studiengang nicht aus. Schon gar nicht, wenn ich mein Master machen will. Also nochmal, Fräulein: Hier läuft es anders als beim letzten Studium. Es geht hier nicht nur darum, die Scheine zu kriegen und nur zu bestehen, sondern Deine Bestleistung muss her. Dein Master darfst Du nur machen, wenn Du einen bestimmten Notendurchschnitt erreicht hast. Dieser Notendurchschnitt wird nicht etwa vom Psychologischen Institut festgelegt, sondern vom Notendurchschnitt Deines “Jahrgangs”. Dein Jahrgang besteht aus Abiturienten/innen, die ein Einser-Abi im oberen Bereich haben, sonst wären sie nicht für Psychologie zugelassen worden. Diese Abiturienten sind einmal frischer im Kopf als Du, sind einwenig sorgloser als Du und wahrscheinlich neben ihrem Fleiß um Einiges intelligenter und aufnahmefähiger als Du. Zudem haben sie schon in der Schule gelernt, wie man lernt, weil sie’s getan haben, während Du die Schwänzerin No. 1 gewesen bist. Ok? Dieses Studium bedeutet Dir viel. Zum ersten Mal in Deinem Leben gehst Du zum Unterricht, zur Vorlesung, zum Seminar und kommst befriedigt wieder raus, auch wenn Du denkst “Au Backe, wie krieg ich all das wertvolle Zeug jetzt in mein Gehirn gepresst?” – das ist aber unwichtig und die Tatsache, dass diese Selbstzweifel und das Gefühl von Überforderung Dir Deine Begeisterung für das, was Du täglich lernst nicht nehmen können, ist wertvoller, als Du Dir das jetzt vorstellen kannst. Wenn Du irgendwann hiermit fertig bist und in Deinem Beruf aufgehst und nicht täglich das große Kotzen kriegst beim Gedanken an Deine Arbeit, wie bei vielen Deiner Bekannten, Verwandten und Freunde – erst dann wirst Du verstehen, was ich jetzt zu Dir sage. Ok? So, nun zum eigentlichen Problem: Ist das Führen von Selbstgesprächen eigentlich krank? 19.12.2008, 00:42
Wo war jetzt nochmal der Fisch?
Wie soll das bitte zu schaffen sein? Eine kleine Hausarbeit in Sozialpsychologie, eine große Hausarbeit, Statistik-Klausur, Lernpsychologie-Klausur (Hilfe, Behaviorismus!), Methodenlehre-Klausur und Studium-Integrale-Klausur – und das alles bis Anfang Februar. Hallo? Die haben uns sogar für die Weihnachtsferien Statistik-Hausaufgaben gegeben (und das extra viele!). Geht’s noch? Wir sind gerade mal im ersten Semester und die poppen uns den Kopf ins Koma! (Läuft da etwa soetwas wie ein bewusst eingeleitetes Selektionsverfahren?) Seit dieser Bachelor-Sache kann man einen Studenten nicht mehr einen Studenten “schimpfen” als Synonym für Faulheit und Kiffismus, sondern sollte sich vor ihnen ehrfürchtig verneigen, ja! – Aber wer weiß das schon?
Text, Design & Photos by Sherry Iranique. Copyright © 2010 Sherry Iranique. All rights reserved.
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